Künstlerstadtverein baut ehemaligen Bahrs’schen Hof in der Altstadt um / Wohnungen, Jugend- und Tagesraum sowie Café geplant

Einzug erster Stipendiaten im kommenden Herbst

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Aus dem neun Jahre leer stehenden Haus in der Rathausstraße hinter der Kirche soll der Kunsthof werden.

mb Kalbe. Der Künstlerstadtverein bot den Kalbensern und Interessierten die Möglichkeit, sich auf dem ehemaligen Bahrs’schen Hof in der Altstadt umzusehen. Dort arbeiten die Vereinsmitglieder seit vielen Wochen an einem Um- und Ausbau der alten Immobilie.

Corinna Köbele und Ralf Schulenburg haben viele Ideen für den ehemaligen Bahrs’schen Hof.

„Wenn wir hier einmal fertig sind“, so Corinna Köbele, „können zehn Stipendiaten einziehen. “ Und der Hof hat noch wesentlich mehr Potenzial. So sollen nach den Wünschen des Vereins weiterhin ein Jugend- sowie Tagungsraum und ein kleines Café entstehen. Doch bis dahin müssen noch viele Arbeitsstunden ins Gebäude gesteckt werden.

Dass in den vergangenen Monaten schon viel Arbeit geleistet wurde, wird deutlich, wenn man durch das Haus geht. Nach fast neun Jahren Leerstand zieht nach und nach wieder Leben ein, wenn auch langsam, aber es wird. Dass sich etwas tut, sieht man auch am vor dem Haus abgestellten leeren Container, der für den Bauschutt beim nächsten Arbeitseinsatz schon bereitsteht.

„Wenn wir hier loslegen, sind wir im harten Kern so sieben bis 15 Vereinsmitglieder und Helfer“, so Köbele weiter. Doch Arbeit gebe es für viel mehr. Ein Vorteil sei, dass die meisten Rentner seien und so auch einmal ganz kurzfristig die Leute zusammengetrommelt werden könnten, wenn etwas schnell gemacht werden müsse. So wurde in den vergangenen Wochen die Entkernung vorangetrieben, entrümpelt, die alten Fliesen flogen raus und einige Innenwände stehen nicht mehr. Wenn alles fertig ist, sollen es drei geräumige Wohnungen sein, in denen dann viel Platz ist. Eine unten und zwei Wohnungen in der ersten Etage sind geplant, und dann heißt der ehemalige Bahrs’sche Hof auch Kulturhof und ist die Zentrale und das Zuhause für den Verein.

Doch nicht alles aus dem alten Haus ist herausgeflogen. So hat sich Ralf Schulenburg für den Erhalt der Terrazzo-Fliesen im langen Hausflur mit eingesetzt. Der ist aus den 1930er Jahren und ist es Wert im Haus zu bleiben.

Für die nächsten Arbeitseinsätze gibt es auch schon einen Plan, so stehen einige Holzarbeiten im Haus an, die gemacht werden müssen. Der Fußboden, der noch eine Dielung hat, muss restauriert werden, was dann eine Firma machen soll. Dazu ist aber, weil das Haus im Denkmalschutzgebiet steht, noch ein Holzschutzgutachten nötig und dann werden die Böden abgeschliffen. Die Treppen sowie Türen macht der Verein dann wieder in Eigenregie.

Doch es ist nicht nur das Haus mit Stallungen, welches umgebaut wird. Denn das Grundstück ist gut 1750 Quadratmeter groß und auch hier gibt es schon die ersten Veränderungen und Fortschritte. Seit Herbst des vergangenen Jahres hat die Scheune einen neuen Torflügel und die Türen sind nun dicht. In den alten Stallungen, in denen einst das ein oder andere Schwein gehalten wurde, sollen der Jugendraum und das Café Leben hineinbringen und ein lichtdurchfluteter Tagungsraum ist auch noch ein Wunsch.

„Dass das alles Geld kostet, ist schon klar, doch die vielen Gutachten fressen das Geld, was wir zur Verfügung haben, schon fast wieder auf. Aber wenn wir alles Stück für Stück machen, könnten im kommenden Herbst 2018 die ersten Stipendiaten hier schon einziehen.“ Das ist der größte Wunsch des Kalbenser Künstlerstadtvereins.

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