Karsten Ruth sieht Ursache in fehlenden Arbeitsplätzen / Kinderbetreuung als Standortfaktor

Einwohnerzahl weiter gesunken

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Um junge Familien in der Einheitsgemeinde Kalbe halten zu können, setzt Bürgermeister Karsten Ruth auf die Kinderbetreuung, so wie hier in der Kindertagesstätte „Knirpsenland“ in Jeetze.

Kalbe. Die Einheitsgemeinde Kalbe schrumpft weiter. Lebten laut Statistik 2012 noch 7942 Bürger in dem Gebiet der Einheitsgemeinde, waren es am Stichtag 31. Dezember des vergangenen Jahres noch 7814. Für Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth keine ungewöhnliche Entwicklung.

Als einen wesentlichen Grund für die schwindende Einwohnerzahl führt das Stadtoberhaupt die demografische Entwicklung an. „Der allgemeine Trend setzt sich fort“, sagte Ruth gestern der Altmark-Zeitung. Besondere „Ausreißer“ in Punkto Abwanderung oder Zuwachs sieht Ruth allerdings nicht.

Einen weiteren Grund sieht der Bürgermeister im Fehlen von Arbeitsplätzen. Zwar sei die Stadt immer um neue Gewerbeansiedlungen bemüht, doch müsse man „die Situation realistisch einschätzen“, meint Karsten Ruth. „Die Konkurrenz aus Niedersachsen und der Hansestadt Gardelegen ist in diesem Punkt einfach zu stark.“ Auch infrastrukturell sieht er Kalbe eher benachteiligt. Verstärkte Aktivitäten in diese Richtung seien personell nicht umsetzbar und zudem wenig erfolgversprechend.

Daher setzt Ruth einen anderen Schwerpunkt, um vor allem junge Familien in der Region zu halten: Dienstleistung, speziell die Kinderbetreuung. So werden die Einrichtungen der Gemeinde sachlich, baulich und personell modernen Standarts angepasst, um als Standortfaktor zu überzeugen. „Dann können Eltern auswärts ihrem Beruf nachgehen und dennoch ihren Lebensmittelpunkt in der Einheitsgemeinde belassen.“

Von Oliver Heymann

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