Seit etwa drei Jahren haben Wölfe ihr Territorium

Ein Wolfsrudel in der Kalbenser Einheitsgemeinde

In Kalbe wurde ein Wolf gesichtet.
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In Kalbe wurde im Februar ein Wolf gesichtet.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Das Territorium eines Wolfsrudels erstreckt sich bis nach Vienau. Es besteht mindestens aus drei Wölfen. Laut einer Statistik gibt es die Wölfe erst seit 2018 in der Einheitsgemeinde Kalbe. Nutztierrisse gab es trotzdem vorher schon.

Kalbe – Im Februar wurde in Kalbe von mehreren Einwohnern ein Wolf gesichtet. Auch in anderen Ortschaften der Einheitsgemeinde wurden immer wieder Wölfe gesehen. Das Territorium des Rudels, das Altmärkische Höhe genannt wird, erstreckt sich bis in die Einheitsgemeinde Kalbe hinein.

Das Territorium umfasst die beiden Waldgebiete Neulinger Forst und Seehäuser Stadtwald östlich des Arendsees und in der südlichen Ausdehnung bis zum Vienauer Werder. Der Nachweis des Rudels gelang erstmals im Monitoringjahr 2019/2020, also im derzeit noch aktuellen Monitoringjahr, wie aus dem Monitoringbericht des Wolfskompetenzzentrums Iden hervorgeht. Auf Fotobelegen ist erkennbar, dass mindestens ein Welpe im Rudel ist. Ein genetischer Nachweis belegt zudem, dass im Monitoringjahr 2018/2019 bereits ein Wolfspaar vorhanden war. Damit leben in dem Rudel mindestens drei Tiere. Unklar ist, ob es in diesem Territorium bereits in den vorherigen Jahren Einzeltiere, Paare oder Rudel gab.

Im Monitoringjahr 2019/2020 wurden im unmittelbaren Umfeld des Territoriums keine Nutztierrisse gemeldet, die diesem Territorium zuzuordnen sind. Nutztierrisse gab es in der Einheitsgemeinde Kalbe dennoch, wie die Statistik zeigt. In diesem Jahr gab es in der Einheitsgemeinde Kalbe bereits drei Nutztierrisse. Am 24. März wurden drei Schafe getötet. Dass ein Wolf die Tiere riss, konnte über die DNA ermittelt werden. Ob es einen Mindestschutz gab, ist unklar. Mindestschutz bedeutet für die Schafshaltung, dass ein 90 Zentimeter hohes Elektronetz oder eine fünf-litzige Drahtzäunung mit Litzenabständen von maximal 20 Zentimeter zum Boden bzw. zueinander vorhanden sein muss und dieser allseitig geschlossen und mit einer empfohlenen Spannung von 5000 Volt und einer Impulsenergie von 1,5 Joule auf der gesamten Zaunlänge versorgt sein muss. Wenige Tage zuvor, am 15. März, wurden sieben Schafe getötet und ein Schaf verletzt. Dass ein Wolf die Tiere angriff, ist nicht auszuschließen. Hier gab es sogar einen Mindestschutz. Diesen und einen Herdenschutz gab es beim dritten Nutztierriss in diesem Jahr, der sich am 1. Februar ereignete. Vier Schafe wurden von einem Wolf, was wieder über die DNA bestätigt wurde, getötet und drei verletzt. Im vergangenen Jahr wurden am 30. Januar zwei Schafe getötet und ein Schaf verletzt, es gab einen Mindestschutz. Dass ein Wolf die Tiere riss, konnte über die DNA nachgewiesen werden. Im Jahr 2019 wurden am 5. August vier Schafe von einem, wie auch hier über die DNA nachgewiesen werden konnte, Wolf getötet und zwei verletzt. Es war ein Mindestschutz vorhanden. Am 19. April wurden ein Schaf getötet und acht verletzt. Es gab keinen Mindestschutz. Es war laut der DNA ein Wolf.

2018 wurden keine Nutztierrisse gemeldet. 2017 gab es, wie auch 2020, einen Nutztierriss, aber nicht von einem Wolf.

Am 10. Mai wurde in einem Wald bei Vienau ein durch eine Schussverletzung getöteter Wolf gefunden (AZ berichtete). Dieser Totfund ist unter den letzten zehn bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gelistet. Weitere Totfunde gab es in der Einheitsgemeinde nicht, allerdings für das Rudel Altmärkische Höhe. Am 5. Mai 2019 wurde ein männlicher erwachsener Wolf bei einem Verkehrsunfall getötet.

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