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Einsatz bei Cheinitz: Hängebauchschwein büxt auf der B 71 aus

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Von: Hanna Koerdt

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Zwei Polizisten jagen Schwein
Das Schwein ließ sich nicht so einfach einfangen. © Hanna Koerdt

Einen tierischen Einsatz gab es für die Polizei auf der B 71 bei Cheinitz.

Cheinitz – Kalbes Regionalbereichsbeamten Andreas Bläsing erreichte gestern Vormittag gegen 11 Uhr eine Meldung des Lage- und Führungszentrums Stendal. Mehrere Autofahrer hatten einen Notfall auf der B 71 zwischen Cheinitz und Kakerbeck gemeldet: Ein Schwein lief auf der Bundesstraße umher.

Als Bläsing am Einsatzort auf Höhe des Abzweigs nach Brüchau ankam, versuchten Autofahrer bereits zu Fuß, das Tier – es handelte sich sichtlich nicht um ein Wildschwein – einzufangen bzw. an den Fahrbahnrand und in den Graben sowie auf eine angrenzende Wiese zu drängen. Doch das Schwein hatte seinen eigenen Willen – „Es wollte partout nicht die Fahrbahn verlassen“, so Andreas Bläsing gegenüber der AZ. Immer wieder lief es vom Fahrbahnrand wieder zur Mitte der Straße, wo weiterhin viele Pkw und Lkw unterwegs waren.

Den Verkehr machte Bläsing mit Blaulicht schon aus der Ferne darauf aufmerksam, dass vor ihnen ein Einsatzort war, sodass die Fahrer rechtzeitig abbremsten und gegebenenfalls kurzzeitig ganz anhielten. Zunächst noch gemeinsam mit einem Fahrer, der mit einem Baustellenfahrzeug unterwegs war, auf dem Verkehrsschilder und unter anderem eine Leiter geladen waren, versuchte der Regionalbereichsbeamte, das Schwein mit der Leiter am Fahrzeug einzugittern. Doch die Sprossen waren zu weit auseinander, sodass das Tier sich immer wieder zwischen den Sprossen durchschob und sogar schnell an den Beinen seiner Aufpasser vorbei schummelte.

Nach kurzer Zeit trafen mehr Polizeibeamte an der Einsatzstelle ein. Mit vereinten Kräften, „aber ohne Gewalt, denn das Tier war ganz zutraulich“, betont Andreas Bläsing, konnten sie das Schwein einmal einfangen und versuchten ihm, ein Hundehalsband mit Leine anzulegen, „aber das Halsband war nicht groß genug für den starken Hals des Tieres“, berichtet Bläsing weiter. Schließlich wurde das Schwein erneut entlang der Straße begleitet und von allen dazu animiert, in die Böschung zu laufen, was schließlich auch klappte. Es lief auf einen Brandschutzstreifen am Waldrand, grub sich dort eine kleine Kuhle und legte sich in diese hinein. Die Polizisten hatten in der Zwischenzeit auch das Kalbenser Ordnungsamt informiert, das schnell einen wahrscheinlichen Halter ausfindig machen konnte. Es ergab sich später allerdings, dass die Person nicht der Eigentümer war. Mitarbeiter des Ordnungsamtes fuhren dann selbst zur Einsatzstelle. Tatsächlich konnte der Tierhalter gestern nach mehreren Stunden doch noch ermittelt werden, teilte am späten Nachmittag Isabel Albrecht vom Ordnungsamt mit, und das Schwein „ist nun wieder zu Hause“.

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