Kein Kicken unter den hohen Bäumen

Eichenprozessionsspinner macht SV Germania Zethlingen zu schaffen

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Derzeit wird, wie auch schon in den vergangenen Jahren, nicht auf dem Sportplatz in Zethlingen gekickt. Die umherfliegenden Härchen des Prozessionsspinners sind gesundheitsgefährdend.

Zethlingen. Die Spieler würden aussehen wie Streuselkuchen, stellte Zethlingens Ortsbürgermeisterin Doris Beneke besorgt fest, als sie sich vor wenigen Tagen zu einem Gespräch mit Vertretern des örtlichen Sportvereins, der Interessengemeinschaft, die im Besitz der Fläche Sportplatz Zethlingen ist sowie Anette Zenker vom Ordnungsamt Kalbe getroffen hat.

Es ging darum, gemeinsam zu überlegen, wie man dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe rücken kann. Denn dieser ist am Sportplatz in Zethlingen schon seit einigen Jahren eine belastende Plage in vielerlei Hinsicht.

Vor wenigen Tagen traf sich man sich im Sportlerheim Zethlingen, um nach Lösungsansätzen für den Befall der Eichen am Sportplatz durch den Eichenprozessionsspinner zu suchen.

Mehrere sehr hohe Eichen sowie jüngere Bäume stehen am Sportplatz in der Ortschaft. Als die Stadt Kalbe vor einigen Wochen das Problem mit dem Eichenprozessionsspinner durch eine chemische Bekämpfung angegangen ist, wurde auch in Zethlingen gesprüht. Allerdings vergebens. Denn in die hohen Baumkronen ist das Mittel nicht vorgedrungen. Außerdem sei es ein „Ping-Pong-Effekt“, wie Doris Beneke bei dem kurzfristig einberufenen Treffen erklärte. Denn unweit des Sportplatzes gebe es noch weitere Eichen, die unbehandelt blieben.

Am 18. Juli sollte auf dem Sportplatz ein Vorbereitungsspiel zwischen dem SV Germania Zethlingen und dem TuS Lübbow stattfinden. „Es musste abgesagt werden“, so Bernd Schulze, Spartenleiter Fußball des SV Germania. Die herumfliegenden Härchen des Eichenprozessionsspinners lösten bei den Spielern allergische Reaktionen aus und machten es „in nächster Zukunft fraglich, wann wir den Sportplatz wieder nutzen können“, so Schulze. Auch für das erste Heimspiel, welches am 16. August stattfinden soll, sieht es derzeit schlecht aus. Aktuell befindet sich der SV Germania Zethlingen in Gesprächen mit dem Sportverein Winterfeld, damit Training und Spiele dort stattfinden können. Eine Zwischenlösung, damit man die Saison nicht abbrechen müsse, so wie es schon einmal wegen des Raupenbefalls der Fall war, wie Helmut Wienert, Vorsitzender des SV Germania, erklärte. Auf Dauer sei diese Zwischenlösung finanziell aber nicht zu stemmen, so Bernd Schulze. Zumal man auch Mindereinnahmen bei Eintrittsgeldern habe, weil beispielsweise ältere Einwohner Zethlingens, die den Heimspielen sonst immer beiwohnten, oft nicht die Möglichkeit hätten, in einen anderen Ort zu fahren.

Zu einer konkreten Lösung sei man noch nicht gekommen, so Bernd Schulze gegenüber der AZ. Fest stehe bisher nur, dass sich die Eichen außerhalb der Ortslage befänden und somit die Untere Forstbehörde zuständig sei. Was jetzt weiter passiere, stände „noch in den Sternen.“

Von Hanna Koerdt

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