Ammonium-Gehalt in Wasserproben auffällig / Untere Milde nicht betroffen

In drei Teichen in Kalbe: Tote Fische durch Sauerstoffmangel

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Ein Sauerstoffdefizit aufgrund einer Nitrifikation von Ammonium ist die Ursache des Fischsterbens.

Kalbe – Vor einigen Tagen kam es in drei Teichen in Kalbe zum Fischsterben (wir berichteten). Gestern hat der Altmarkkreis mitgeteilt, dass die Ergebnisse der Wasserproben eingegangen sind.

Bei den Teichen handelt es sich nicht um ein natürliches Gewässer, sondern um eine Niederschlagswasserbeseitigungsanlage eines ortsansässigen Betriebes.

Auffällig war, dass sich das Wasser milchig gefärbt hatte und Schaum auf der Oberfläche schwamm. Wasserproben wurden entnommen und zur Untersuchung in ein Labor geschickt. Die Analysenergebnisse weisen „eine gut abbaubare organische Belastung“ aus, heißt es seitens des Kreises. Der Nährstoffeintrag bestehe unter anderem aus Ammonium, zurückzuführen ist der erhöhte Wert vermutlich auf Kartoffelfruchtwasser. „Auch die Färbung des Wassers spricht dafür“, sagt Claudia Lembke, Sachgebietsleiterin für Wasserwirtschaft beim Kreis gegenüber der AZ.

Aufgrund des Stoffeintrages in das Wasser der Anlage kam es zu einer sogenannten Nitrifikation – dabei oxidiert Ammonium unter erhöhtem Sauerstoffverbrauch im Boden oder Wasser zunächst zu Nitrit und dann zu Nitrat. „Als Ursache des Fischsterbens wird deshalb von einem Sauerstoffdefizit ausgegangen“, teilt Kreis-Pressesprecherin Birgit Eurich mit. Es gibt eine Rohrverbindung in die Untermilde, aber es gab hier keinen Überlauf, und so wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.

Ein aktueller Eintrag von Stoffen aus dem Niederschlagsentwässerungssystem des Betriebsgeländes in die Anlage konnte nicht festgestellt werden. Es sei insgesamt nicht auszuschließen, dass es im Vorfeld des Eintrages der Stoffe in die Teiche Ablagerungen in dem Bereich gab, die für die Verunreinigung verantwortlich sein können. Generell, so Lembke, hätten in der Anlage ohnehin keine Fische gehalten werden dürfen.

Die ordnungsgemäße Entsorgung des belasteten Wassers obliegt nun der verantwortlichen Firma.

VON HANNA KOERDT

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