Genehmigungsbehörde will Altmersleben zum Wohngebiet erklären / Ortsräte sind dagegen

„Dorf muss Dorf bleiben“

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Planer Arnold Schneider (links) informierte auf der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Altmersleben die anwesenden Mitglieder über den aktuellen Stand des Flächennutzungsplans.

Altmersleben. Für die Ortschaft Altmersleben gibt es zum Thema Flächennutzungsplan noch sehr viel Klärungsbedarf. Denn das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt plant das Dorf als Wohngebiet auszuweisen.

Flächennutzungsplaner Arnold Schneider, der auf der jüngsten Ortschaftsratssitzung zu Gast war, um die Ortsräte über den aktuellen Stand zu informieren, sieht das allerdings anders.

„Altmersleben ist aufgrund der emissionsrechtlichen Belange, der Landwirtschaft, des Gewerbes und der Motocrossstrecke als gemischte Baufläche zu behandeln“, betonte er. Er legt den Ortschaftsräten und Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, nahe, sich diesbezüglich als Gemeinde vor den entsprechenden Behörden zu positionieren und verständlich machen, dass „Dorf auch Dorf bleiben muss.“ Eine Einstufung als Wohngebiet würde erhebliche Auswirkungen für den Ort bedeuten. Denn der Geräuschpegel, die Gerüche und Emissionen Drumherum müssen entsprechenden Richtlinien folgen. Das Wohnen habe nämlich einen hohen Schutzanspruch. „Wir wollen uns doch nicht unsere Zukunft verbauen. Wir sind froh, wenn Leute hierher kommen und einen Betrieb aufmachen wollen“, sagte Ortschaftsratsmitglied Hans-Georg Otte in die Runde.

Planer Arnold Schneider sucht nun nach „zusätzlichem Futter“ wie er sagt, um die Genehmigungsbehörden davon zu überzeugen, Altmersleben als gemischte Baufläche auszuweisen. Noch größer wurde die Sorge bei allen Anwesenden, als sie hörten, dass auch der Innen- und Außenbereich eine sehr große Rolle im Plan spielt. „Für bauliche Anlagen, die im Innenbereich nicht berücksichtigt sind, muss entweder eine Genehmigung vorliegen oder sie müssen zurückgebaut werden“, erklärt der Planer. Nun wollen sich Arnold Schneider und Ortsbürgermeister Bernd Pawelski erneut treffen, um im Detail die einzelnen Flächen zu besprechen.

Von Marilena Berlan

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