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Neue Denkmalschutzregeln in Kalbe nach mehr als drei Jahren?

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Von: Hanna Koerdt

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Die Altstadt in Kalbe
Die Ergebnisse der Denkmaldifferenzierung und eine Gestaltungssatzung für die Altstadt Kalbe sollen Denkmalschutzverfahren künftig vereinfachen. © Hanna Koerdt

Vor über drei Jahren startete das Landesamt für Denkmalschutz ein Projekt zur Denkmaldifferenzierung für die Kalbenser Altstadt. Seither warten Einwohner auf die Ergebnisse. Jetzt endlich gibt die Behörde dafür grünes Licht.

Kalbe – Es soll eine Broschüre mit Informationen zur Denkmalbereichsdifferenzierung geben und eine diesbezügliche Einwohnerversammlung, informiert auf Nachfrage der Altmark-Zeitung Dr. Elisabeth Rüber-Schütte, Landeskonservatorin im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Vor Kurzem wurden die Ergebnisse des Projektes mit Vertretern des Denkmalschutzes und der Stadt besprochen.

Im Februar 2019 begannen zwei Projektantinnen im Auftrag des Landesdenkmalamtes – damals war noch Dr. Ulrike Wendland Landeskonservatorin – damit, die Gebäude der Altstadt zu erfassen und sie denkmalpflegerisch zu bewerten. Das Ziel des Pilotprojektes war es, so die Projektantinnen damals, Kategorien zu entwickeln, in die einzelne Gebäude bzw. Grundstücke innerhalb von Denkmalbereichen eingestuft werden, um den Umgang damit zu vereinfachen. Im Mai 2021 erklärte Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel bei einer Ortschaftsratssitzung hinsichtlich des Projektes jedoch, dass das Landesamt den Denkmalschutzbereich in Kalbe sogar noch ausweitet, und zwar auf die Grünflächen um die Ost- und Westpromenade. Inwiefern dies mit der Differenzierung des Denkmalensembles in der Altstadt zusammenpasst oder zu tun hat, hat das Landesdenkmalamt auf Nachfrage der AZ nicht beantwortet.

Die genauen Ergebnisse und Konsequenzen des Projektes und wie daraus eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Denkmalpflege – dies wurde als oberste Zielstellung zu Beginn des Projektes genannt, denn letztlich möchte man eine Vereinbarkeit des öffentlich gewollten Schutzes der historischen Altstadt und der privaten Einzelinteressen erreichen – ermöglicht werden soll, wird Gegenstand der nun angekündigten Einwohnerversammlung. Eine solche wurde seit Mitte 2020 vom Landesdenkmalamt mehrfach verschoben, da die Corona-Pandemie dazwischenkam, die Ergebnisse darüber hinaus aber noch unvollständig waren.

Ein genauer Termin steht für die Infoveranstaltung noch nicht fest, die Versammlung solle aber „zeitnah“ sein, erklärt Rüber-Schütte.

Die Projekt-Ergebnisse sollen „mit den Inhalten der in Arbeit befindlichen Gestaltungssatzung“ verbunden werden, erklärt die Landeskonservatorin und sagt weiter: „Dies dürfte nicht zuletzt auch im Sinne der Bevölkerung sein, da somit die Verfahren vereinfacht werden und eine höhere Transparenz erzeugt wird.“

Ein Entwurf für eine Gestaltungssatzung wurde im Auftrag der Verwaltung erarbeitet und bereits nicht öffentlich vom Ortschaftsrat beraten. Die Gestaltungssatzung liegt nun der Oberen Denkmalschutzbehörde zur Stellungnahme vor. Der Ortschaftsrat Kalbe wird dann am Donnerstag, 6. Oktober, öffentlich darüber beraten und der Stadtrat vermutlich am Donnerstag, 13. Oktober, die Satzung beschließen.

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