Apotheker Mathias Graf prüft die Original-Ausweise sorgfältig

Nachfrage nach digitalen Impfausweisen in Kalbe groß

Kalbes Apotheker Mathias Graf zeigt den digitalen Impfpass auf seinem Smartphone
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Seit Montag, 14. Juni, kann der Kalbenser Apotheker Mathias Graf digitale Impfpässe ausstellen. Die Nachfrage nach einem solchen Zertifikat ist in Kalbe sehr groß.
  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Gleich als die Danneil-Apotheke in Kalbe am Montag, 14. Juni, öffnete, kamen schon die ersten Interessierten, die nach dem digitalen Impfausweis fragten. „Ich habe schon einen ganzen Stapel liegen“, erklärte Apotheker Mathias Graf.

Kalbe – Dieser wird jetzt abgearbeitet. Nach einem Tag soll das Zertifikat möglichst immer abholbereit sein. Seit Montag, 14. Juni, können die Online-Impfausweise bzw. Zertifikate offiziell ausgestellt werden. Die Befähigung dazu erhielt Mathias Graf auch erst an diesem Morgen. „Die Ankündigung in der Öffentlichkeit, dass die digitalen Zertifikate kommen, fand meiner Meinung nach zu früh statt. Als angesagt wurde, die Apotheken und Arztpraxen können das, hatten wir noch gar keine Schnittstelle, um das Zertifikat erstellen zu können“, kritisiert Mathias Graf das politische Vorgehen. Um 7.30 Uhr sollte der Online-Zugang freigegeben sein, er funktionierte dann rund eine Stunde später und „brach noch einige Male zusammen, es gab also ein paar Startschwierigkeiten“, erklärte Mathias Graf.

Was er von seiner Seite aus vorbereiten konnte, zum Beispiel die Registrierung, dass er als Apotheker die Zertifikate erstellen kann, tat Mathias Graf schon in der vergangenen Woche. Gestern kamen die ersten Bürger und brachten ihre Impf- und Personalausweise mit, die der Apotheker benötigt. Der Impfausweis wird dagelassen, der Personalausweis kann nach dem Abgleich, ob die Ausweise tatsächlich derselben Person gehören, wieder mitgenommen werden. „Dann prüfen wir die Plausibilität“, sagt der Apotheker. Es wird genau nachgeschaut, wer die Impfung verabreicht hat und die Chargen-Nummer der Impfung wird gecheckt. Wenn die Impfung in Kalbe und der näheren Umgebung verabreicht wurde, „wissen wir, welche Charge in welcher Woche ausgeliefert wurde“, erzählt Mathias Graf. Das ist eine Maßnahme, um zu prüfen, dass es sich nicht um Fälschungen handelt. „Jeder wird von uns darauf hingewiesen, dass es strafbar ist, wenn jemand mit einem gefälschten Impfpass zu mir kommt“, sagt Mathias Graf. Bei einem Verdacht wird die Telefonnummer auf dem Stempel auch angerufen und nachgefragt, ob der Besitzer des Impfausweises tatsächlich geimpft wurde. „Wir versuchen wirklich so weit wir können die Echtheit zu verifizieren“, erklärt Mathias Graf. Wenn alles stimmt, werden die Daten auf der Website des Robert-Koch-Instituts eingegeben, denn das RKI ist letztlich der Aussteller des Zertifikats.

Für beide Impfungen wird jeweils ein Blatt mit QR-Codes ausgestellt, die als Nachweis gelten, oder man scannt über die Corona-Warn-App oder die CovPass-App des RKIs den QR-Code ein und hat den Nachweis dann auf dem Handy. Wenn man dann beispielsweise in einem Restaurant sitzt, kann ein Gastwirt den QR-Code auf dem Handy mit seinem Gerät lesen und erhält die Meldung „Impfstatus gültig“, sagt Mathias Graf, und fügt hinzu: „Die Daten werden nicht abgespeichert und es ist auf dem Handy nur noch der Name und das Geburtsdatum zu sehen“, um es mit dem Personalausweis abgleichen zu können.

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