„Kein Tropfen aus der Quelle“

Bürger sollen Kalbenser Anglern Wasserlöcher in Unterer Milde melden

Kalbenser Angelsportler und freiwillige Helfer waren in den vergangenen Wochen zu mehreren Rettungsaktionen an der ausgetrockneten Unteren Milde, um die Fische umzusetzen. Bürger sollen Wasserlöcher bitte melden.
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Kalbenser Angelsportler und freiwillige Helfer waren in den vergangenen Wochen zu mehreren Rettungsaktionen an der ausgetrockneten Unteren Milde, um die Fische umzusetzen. Bürger sollen Wasserlöcher bitte melden.
  • Hanna Koerdt
    VonHanna Koerdt
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Kalbe – „Alle heben nur die Hände: Nö, da können wir nichts machen“. Kay Grahmann ärgert sich über die unterschiedlichen Wasser- und Umweltbehörden.

Diese nämlich, so der Kalbenser, würden die jetzige Verantwortung zur Tat von sich weisen, um die verbliebenen Fische in der Unteren Milde zu retten.

„Die Kommune kann hier tatsächlich nichts tun, aber es sollten doch die übergeordneten Fachämter zuständig sein. Aber alle sagen, dass sie es nicht sind“, so Grahmann. Er ist der Vorsitzende des Kalbenser Anglersportvereins und auch Stadtrat in Kalbe. Als solcher hat er in der jüngsten Sitzung des Gremiums die anderen Stadträte dazu aufgerufen, ihm zu melden, wenn sie in den ausgetrockneten Armen der Unteren Milde in der Region Wasserlöcher entdecken, in denen sich noch Fische bewegen. Gleiches sollen auch Bürger tun, so Grahmann gegenüber der Altmark-Zeitung.

Seit einigen Wochen sind die Angler und Mitglieder der Nabu-Fachgruppe Vienau wie auch Helfer dabei, die restlichen Fischbestände aus der ausgetrockneten Unteren Milde zu fangen und umzusetzen. „Es ist ein trauriges Bild, sowas hatten wir noch gar nicht“, so Grahmann. Ein Mitglied des Stadtrates habe es nach seinem Appell richtig formuliert, zitiert Grahmann: „Uns fehlt ein ganzes Jahr Regen.“

Kürzlich hat sich Grahmanns Stellvertreter, Angelsportler Steven Banse, zur Quelle der Unteren Milde bei Apenburg aufgemacht. Das Ergebnis: „Da kommt kein Tropfen Wasser aus der Quelle“, erklärt Kay Grahmann. Der Grundwasserspiegel hat sich dramatisch abgesenkt, der Wasserstand ist niedrig. Trotzdem gibt es stellenweise noch Wasserlöcher, „in denen die Fische nach Luft japsen“, so Grahmann: „Wir müssen sie da rausholen und umsetzen“.

Zuletzt auch deshalb, weil die Angler die Milde ja jedes Jahr mit Fischen besetzen und das Ökosystem am Laufen halten. Die jetzigen Verluste „bezahlt uns niemand“, so der Angler. In den vergangenen Wochen waren die Freiwilligen bereits sechs mal vor oder nach der Arbeit an den Löchern und haben Fische gerettet. Die ungefähren Zahlen werden vermerkt: Umgesetzt wurden bereits in etwa 2500 Hechte, 2400 Schleien, 50 Karpfen und ungefähr 4000 verschiedene kleinere Weißfische.

Wer ein Wasserloch entdeckt, wird gebeten, sich bei Kay Grahmann unter der Telefonnummer (01 52) 54 06 71 61 zu melden, bei der Vienauer Nabu Fachgruppe oder auch beim Ordnungsamt der Stadt Kalbe.

VON HANNA KOERDT

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