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Brandstiftung: Feuerwehr Kalbe rückt dreimal aus

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Von: Hanna Koerdt

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Ein Feuerwehrmann löscht eine brennende Gartenlaube
Bei dem zweiten Brand handelte es sich um eine Laube. Als die Kameraden der Ortsfeuerwehr Kalbe am Brandort ankamen, stand sie schon in Vollbrand. © Feuerwehr Kalbe

Zu drei Bränden musste die Feuerwehr Kalbe Freitagnacht, 25. November, ausrücken. Bei allen Bränden geht die Polizei von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Zeugen haben sogar bereits eine Personenbeschreibung abgegeben.

Kalbe – Ein Brandstifter war in der Nacht zu Freitag in Kalbe unterwegs und legte mehrere Brände, darauf weisen „die räumliche Nähe und Entstehung“ hin, erklärt Kalbes Ortswehrleiter Ramón Rulff gegenüber der AZ.

Müll angezündet: Erste Brände in Lagerhallen

Dreimal mussten die Kameradinnen und Kameraden der Kalbenser Ortsfeuerwehr in der Nacht ausrücken. Der erste Alarm wurde durch die Leitstelle „Altmark“ in Stendal gegen 0.22 Uhr ausgelöst. Es handelte sich um ein bzw. zwei Feuer in „zwei verschiedenen Lagerhallen“, so Ramón Rulff, gegenüber des Norma-Einkaufsmarktes. Schon des Öfteren brannte es dort. Ein Entstehungsbrand in einer Halle, der von einem aufmerksamen Anwohner bemerkt worden war, war allerdings beim Eintreffen der Kameraden von alleine wieder ausgegangen. In den Lagerhallen brannte Müll, der dort regelmäßig abgeladen wird. Unter anderem liegen überall auf dem Boden zahlreiche Schnapsflaschen, da die Halle als Treffpunkt zum Trinken genutzt wird.

Um 1.45 Uhr der nächste Einsatz: Laube brennt

Die ersten beiden Feuer konnten die 20 Einsatzkräfte schnell löschen. Doch dabei blieb es nicht. Einen weiteren Brand, diesmal in einer kleinen, leer stehenden Gartenlaube am Siedlungsweg bemerkte eine Zeugin gegen 1.45 Uhr und wählte den Notruf. Das Feuer wurde von zwölf Kameraden gelöscht, aber beim Eintreffen stand die Laube in Vollbrand und brannte dementsprechend komplett aus. Fast zwei Stunden waren die Einsatzkräfte vor Ort.

Feuer wieder entfacht

Die Feuerwehr löschte den ersten Laubenbrand ordnungsgemäß und vollständig ab. Kurz nach 6 Uhr brannte nur 50 Meter entfernt eine weitere Laube.

Polizei geht von Brandstiftung aus / Zeugen fällt Mann an Brandorten auf

Die Brandorte wurden kriminaltechnisch von der Polizei untersucht. Bei beiden Bränden in den Lagerhallen und auch in der Gartenlaube wird von vorsätzlicher Brandstiftung als Brandursache ausgegangen. Die Ermittlungen dauern an. Zeugen sagten gegenüber den Beamten aus, dass sie bei den Einsätzen gegen 0.20 Uhr und 1.45 Uhr einen Mann sahen, der jeweils die Löscharbeiten beobachtete. Der Unbekannte war schlank, etwa 1,75 Meter groß, trug lange Haare oder eine Mütze und dunkle Kleidung. Die Polizei bittet diese Person darum, sich im Polizeirevier Salzwedel unter Tel.: (0 39 01) 84 80 zu melden. Weitere Zeugen, die in diesem Zusammenhang etwas Sachdienliches wahrgenommen haben, werden ebenfalls gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Hallen müssen gesichert und ehemalige Gartenanlage beräumt werden

Insgesamt, so schätzt es Ramón Rulff ein, „war in Kalbe relativ viel Verkehr“ in der Nacht. Der Ortswehrleiter bemerkte bei den Einsätzen Jugendliche, die sich die Brände ansahen. Bei dem zweiten Feuer war es nicht ganz überraschend, denn es hatte bei dem Vollbrand hörbar geknallt. Rulff geht davon aus, dass die Brände von dem oder denselben Tätern gelegt wurden. „Sie waren alle zusammenhängend etwa 100 Meter entfernt“, erklärt der Ortswehrleiter. Besonders die vollgemüllten Lagerhallen „müssen aus Sicht der Feuerwehr durch den Eigentümer oder die Stadt gesichert werden“, sagt Ramón Rulff. Denn sie brannten nicht das erste Mal. Und auch die dahinter befindlichen Gartenlauben müssen „ordentlich beräumt werden. Sie sind alle verwildert, es liegt Müll herum und es gibt Sitzbänke“, erklärt Rulff weiter, die es ermöglichen, sich dort aufzuhalten. Für die Feuerwehr aber ist es schwierig, „dort ranzukommen“ und im Ernstfall die Löscharbeiten ordentlich durchführen zu können.

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