Kosten für Auskofferung sind weiter unklar

Bohrschlammgrube Brüchau: Noch ein Jahr Bearbeitungszeit?

Die Kosten für die Auskofferung der Bohrschlammgrube Brüchau wurden noch nicht ermittelt. Dies wird wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
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Die Kosten für die Auskofferung der Bohrschlammgrube Brüchau wurden noch nicht ermittelt. Dies wird wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen.

Brüchau/Magdeburg – Das Landesamt für Geologie (LAGB) und Bergwesen hat nach Vorlage des Abschlussberichtes der Untersuchungen an der Bohrschlammgrube Brüchau die Betreiberfirma Neptune Energy vor einigen Wochen aufgefordert, Entsorgungsmöglichkeiten und die voraussichtlich entstehenden Kosten für die Auskofferung zu ermitteln und dem LAGB vorzulegen.

„Dazu sieht sich das Unternehmen nach eigener Aussage derzeit nicht in der Lage“, teilt Uwe Schaar vom LAGB auf Nachfrage der Altmark-Zeitung mit.

„Mit dem LAGB stehen wir derzeit im Kontakt bezüglich der Fristen und des weiteren Zeitplans“, teilt Neptune Energy mit. Auch bei der Fokussierung auf die Vollauskofferung wird seitens des Unternehmens mit einer Bearbeitungszeit von rund einem Jahr gerechnet, was die Planung bzw. Prüfung der Machbarkeit betrifft. Insbesondere die Prüfung von Entsorgungswegen zur Verbringung des Deponats muss genau betrachtet werden.

Solange diese Faktoren noch unbekannt sind, ist es offenbar auch schwierig die Kosten einzuschätzen. Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der Landesanstalt für Altlastenfreistellung, hatte gegenüber der AZ im Anschluss einer sogenannten „Kalbe-Runde“ – eine Veranstaltung, die allen Behörden und Bürgern denselben Informationsstand vermitteln soll – im April 2019 erstmals geschätzt, dass die Auskofferung der Grube zwischen 80 und 110 Millionen Euro kosten könnte. Zum 30. Juni 2020 betrug das Sondervermögen der LAF etwa 675 Millionen Euro zuzüglich einer jährlichen Zuführung aus dem Landeshaushalt in Höhe von 21 Millionen Euro. Die LAF und Sachsen-Anhalts Umweltministerium haben die Kostenübernahme der Auskofferung für die Brüchauer Grube abgelehnt. Sie sei unverhältnismäßig, weil nach Prüfung des Abschlussberichtes darin deutlich geworden sei, dass von ihr keine Gefahr ausgehe. Auch haben die Behörden unterschiedliche Rechtsauffassungen, wer die Auskofferung wieso zahlen und nicht zahlen müsse.

Das Wirtschaftsministerium, dem das LAGB unterstellt ist, teilt diesbezüglich mit, dass „im Vorfeld der nächsten Wirtschaftsausschusssitzung zwischen den Beteiligten Verständigungsbemühungen laufen“, so Matthias Stoffregen.

Der Wirtschaftsausschuss findet am Donnerstag, 27. August, statt. VON HANNA KOERDT

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