Stadtrat diskutiert über Alkoholverbot in allen Räumen von Sporthallen

Ein Bier gehört zum Sportler-Leben

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Das Bier oder ein Sekt gehören nach dem Sport für viele dazu. Der Stadtrat diskutierte jetzt aber, ob man den Alkoholgenuss in allen Sporträumen untersagt.

Kalbe – Das ein oder andere Bier, ein Sekt – nach dem Sport in der Halle gehört das für viele Sportler dazu.

Doch ob der Genuss alkoholischer Getränke in den Hallen und allen dazugehörigen Räumen erlaubt oder verboten werden sollte, wurde im jüngsten Stadtrat intensiv diskutiert.

Der Stadtrat wollte an diesem Abend die Benutzungssatzung für die Sporthallen beschließen, dem Gremium lag ein entsprechender Entwurf vor. Denn bisher gibt es für die Sporthallen und -räume in der Einheitsgemeinde – in Kalbe Kakerbeck, Brunau, Badel und Altmersleben – keine einheitlichen, stattdessen „unvollständige oder sogar keine Nutzungssatzungen“, erklärte Kalbes Kämmerin Ingrid Bösener. Doch an einem Punkt in der Satzung schieden sich die Geister: „Das Rauchen und der Genuss von alkoholischen Getränken und Drogen sind in den Sporthallen und den dazugehörigen Räumen untersagt“. So schilderte Ingrid Bösener, dass es in der Kalbenser Sporthalle Probleme gab, weil Sportler die Flaschen besonders nach Wochenenden einfach da ließen und die Reinigungsfirma sie montags vor dem Schulsport wegräumen musste: „Zum Sammeln sind die Reinigungskräfte aber nicht da“, so die Kämmerin.

Man solle aber doch nicht alle für die Verfehlungen einzelner anderer bestrafen, meinten unter anderem Solveig Kroth und Martin Palm. Und Ulf Kamith aus Kakerbeck machte klar: „Unsere alten Herren vom Fußball würden sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man ihnen ihr Bier verbietet“. In den Räumen außerhalb der Halle solle man trinken dürfen. Unter anderem Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth sah dies ebenso. Er spielte in Kalbe selbst lange Volleyball und hinterher gehörte die gemütliche Runde dazu, etwas anderes von den Sportlern zu erwarten sei „realitätsfern“.

Melissa Schmidt aus Güssefeld hatte zwar Verständnis dafür, betonte aber auch, dass, wenn der Alkoholgenuss legitimiert werde, „haben wir keinen Versicherungsschutz“. Wer sei haftbar, wenn eine Flasche zu Boden fiele und sich an einer Scherbe jemand verletzt, fragte auch Kay Grahmann und positionierte sich ziemlich deutlich: „Die haben da drinne nicht zu saufen, fertig!“. Nach langem Hin und Her ist der Passus geblieben, Es steht aber auch im Satzungsentwurf, dass Ausnahmen in den jeweiligen Hallenordnungen geregelt seien. Mit dem Entwurf soll sich allerdings noch einmal der Sozial- und Finanzausschuss befassen, denn der Stadtrat hat die Satzung in dieser Form nicht beschließen können. Es fehlte noch ein eindeutiger Passus dazu, welche Sanktionen bei Verstößen vorgenommen werden.

Die AZ sprach mit Raymund Schauer, Sportlehrer an der Sekundarschule und im Vorstand des Kalbenser VfL. Er sagt, dass die Problematik, die Ingrid Bösener geäußert hatte, bereits vor rund zwei Jahren aufgetaucht und gelöst wurde. „Das liegt in der Vergangenheit. Wir haben gegen diese Probleme gearbeitet. Wenn das vorgekommen ist, haben wir mit den Abteilungen gesprochen und die haben das auch gut angenommen“, so Schauer. Er sei mit dem Hausmeister stets der Erste in der Turnhalle, dass mal irgendetwas nicht in Ordnung war, „ist ewig her“, so Raymund Schauer. Er sei auch direkter Ansprechpartner für die Stadt und habe als solcher gebeten, dass, wenn irgendwas auffiele, dies sofort an ihn weitergeleitet werde. Aber auch das sei schon sehr lange nicht vorgekommen. Im Vorraum habe man den Ausschank bei Veranstaltungen etc. außerdem deutlich reduziert. „Ich weiß auch von den Fußballern und Basketballern, dass sie Zettel anbringen, dass immer alles sauber hinterlassen werden muss“, erklärt der Trainer und fügt an: „Die Geselligkeit gehört zum Sportleben dazu“.

VON HANNA KOERDT

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