Hobby für die ganze Familie: Udo Bethge aus Jemmeritz züchtet Jagdhunde / Neun Welpen toben derzeit im Garten

Jagdhund-Züchter: „Der Wille zum Finden muss da sein“

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Wundervolles Hobby: Eine Rasselbande aus neun verspielten und verschmusten Deutsch-Drahthaar-Welpen tobt derzeit durch den Garten von Udo und Karola Bethge (im Bild) in Jemmeritz.

Jemmeritz. Sie jaulen, knurren, knabbern und toben: Die Deutsch-Drahthaar-Welpen Eddy, Enzo, Exel, Ero, Elfi, Erle, Ela, Esta und Eika machen derzeit den Garten von Udo und Karola Bethge in Jemmeritz zu ihrem Spielplatz.

Udo Bethge

Sein Garten sei derzeit noch ein echter „Kindergarten“, erklärt Udo Bethge. Hinter dem Hobby Jagdhunde zu züchten muss die ganze Familie stehen, denn schließlich muss man sich um die kleinen „Strolche“ entsprechend kümmern: „Wenn man keine Freude daran hat, sollte man das auch lassen“, so Bethge. Die neunköpfige Rasselbande ist der inzwischen fünfte Wurf, der E-Wurf, den der Züchter seit Beginn seines Hobbys im Jahr 2001 bei sich hat und in den ersten neun bis zehn Wochen ihres Lebens großzieht. Ein Welpenwurf wird in der Fachsprache der Züchter alphabetisch gezählt, in diesem Fall ist es der E-Wurf, entsprechend beginnen auch alle Namen der Welpen mit einem E.

Wie im Kindergarten: Nach dem Spielen und dem Mittagessen wird ein Mittagsschlaf eingelegt.

Der Zwingername ist „vom Ulmenbach“, „das kommt aus dem Wendischen und bedeutet Jemmeritz“, erzählt Karola Bethge. Diesen Zwingernamen gibt es nur einmal. So kann in den Papieren der Hunde immer nachvollzogen werden, von wo und wem sie abstammen. Das ist bei der Hundezucht extrem wichtig, denn so kann unter anderem Inzucht verhindert werden.

Wenn die Welpen dann groß sind, werden die meisten von ihnen jagdlich eingesetzt, erklärt Udo Bethge. Denn der Einsatz im kompletten Jagdgebrauch sei das Zuchtziel dieser Rasse. Die Rasse Deutsch-Drahthaar ist ein Vorstehhund: Sobald der Hund die Spur von Wild in der Nase hat, bleibt er stehen, steht also vor, und deutet dem Jäger somit, dass Wild in der Nähe ist.

Nach dem Spielen wird erstmal kräftig reingehauen.

Ob jeder der neun Welpen für die Jagd sowie für die Zucht geeignet ist, wird sich erst noch zeigen. Denn sie müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllen. „Vater und Mutter müssen von den Erbanlagen her gut zusammenpassen. Wenn es leistungsstarke Hunde waren, kann man davon ausgehen, dass auch die Welpen leistungsstark werden“, erklärt Udo Bethge, der hauptberuflich Landwirt ist. Die Gene geben also schon einmal gute Voraussetzungen mit. Das Wesen des Hundes spielt ebenfalls eine große Rolle bei der Zucht. Die Rasse Deutsch-Drahthaar sei beispielsweise sehr ruhig und menschenbezogen, so der Hobbyzüchter.

Später prüfen auch Richter die Hunde in Anlagen- und Abrichtefächern. Bei den Anlagefächern wird geschaut, wie der Nasengebrauch des Tieres ist, ob er die Spurarbeit macht, wie er sucht und vorsteht: „Der Hund muss den Fasan mitbekommen, bevor der Fasan den Hund mitbekommt.“, so Bethge. Ebenfalls wird geprüft ob der Hund sich führen lässt, Arbeitsfreude hat und wie er sich im Wasser verhält. Denn das ist gerade für die Entenjagd wichtig.

In den Abrichtefächern kommt es darauf an, was der Hund mit Hilfe seines Führers erlernt hat. So wird zum Beispiel der Gehorsam des Tieres unter die Lupe genommen.

Bei allen Erziehungsmaßnahmen muss „der Wille zum Finden einfach da sein“, erklärt Udo Bethge. Denn dieser ließe sich nicht beibringen.

In Jemmeritz zeigen die süßen Welpen derzeit noch einen riesigen Willen zum Spielen – ob miteinander, mit Käfern, mit Mama Orla oder auch mit Schuhen, egal ob noch ein Fuß darin steckt.

Von Hanna Koerdt

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