„Sehr kompliziert und zu teuer“

Badeler Ortschaftsrat diskutiert über ländlichen Weg und Gehweg

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Nur auf einer Seite des ländlichen Weges gibt es Verkehrsschilder.

Badel / Thüritz – Der Pfosten mit den vier Verkehrsschildern steht schief, einige sind verbogen, aber am Weg am Ortsausgang von Badel in Richtung der Ausflugsgaststätte „Feine Sache“ dennoch gut sichtbar.

Trotzdem fahren dort viele Autos vorbei, die auf diesem Weg nicht unterwegs sein dürften.

Dort sind laut den Verkehrsschildern nur landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie Anlieger erlaubt, die zudem nur mit Tempo 30 unterwegs sein dürfen. Über die Problematik informierte Stadtmitarbeiter Jörg Kraberg am Mittwochabend im Badeler Ortschaftsrat, der sich in Thüritz traf.

Die Problematik ist einigen Ortsräten bereits bekannt. Jörg Kraberg sagte, dass auf dem Weg, der der Stadt Kalbe gehört, nicht das Motto gelten dürfe: „Wir sind da schon immer langgefahren.“ Sind auf dem Weg Fahrer unterwegs, die nicht Anlieger sind oder nicht in einem landwirtschaftlichen Fahrzeug sitzen, könnte es Probleme mit der Haftung geben, „wenn etwas passiert“, erklärte Jörg Kraberg, der sich zudem darüber ärgerte, dass die Verkehrsschilder immer wieder verbogen oder deren Halterung verdreht werden.

Solche Verkehrsschilder gibt es allerdings nur am Badeler Ortsausgang, am Wegbeginn bei „Feine Sache“ fehlen die Hinweise. Laut dem Stadtmitarbeiter sollen dort aber bald die Verkehrsschilder aufgestellt werden, damit auch auf dieser Seite des Weges deutlich ist, dass dort nicht jeder entlang fahren darf. Ist dort ein Traktor unterwegs und ein Auto kommt entgegen, „wird der Trecker nicht in den Graben ausweichen“, so der Stadtmitarbeiter, „der Fahrer wird auf seiner Spur bleiben“. Er informierte zudem, dass der Weg landwirtschaftlich gewidmet ist und von ALFF (Amt für Landwirtschaft, Flurordnung und Forsten) gefördert wird, erklärte er. „Wenn das ALFF mal einen schlechten Tag hat, nimmt es die Förderung zurück“, mutmaßte Jörg Kraberg.

Er informierte zudem über das Vorhaben, einen Gehweg in Thüritz in Höhe der Hausnummern 38 bis 41 zu schaffen. Die Straße sei eine Landesstraße, weswegen dort nicht auf Privatinitiative ein Gehweg gebaut werden kann. Die Auflagen vom Altmarkkreis seien dafür „sehr kompliziert und zu teuer“ für die Beteiligten. Der Stadtmitarbeiter appellierte an Alternativen, schlug vor, Kinder einen Weg in Höhe Hausnummer 22 zu ermöglichen. Das sei aber ein Privatgrundstück, warfen mehrere Ortsräte ein.

Badels Ortsbürgermeisterin Christa Schulz schlug vor, den Besitzer deswegen zu fragen. Lehnt er ab, gebe es aber noch die Möglichkeit, dass ein Gehweg gebaut wird, wenn die Straße erneuert wird, so Jörg Kraberg. „Problem wird aber die Umlage für die Anwohner sein“, was die einige der anwesenden Ortsräte damit abtaten, dass „es die Straßenausbaubeträge dann doch nicht mehr gibt“.

VON INA TSCHAKYROW

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