Betrieb nur noch bis Jahresende: Sandra Kunze verlängert den Pachtvertrag der Kalbenser „Ratsstuben“ nicht

„Das aufzugeben, fällt mir sehr schwer“

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In den vergangenen sieben Jahren hat Sandra Kunze den „Ratsstuben“ wieder viel Leben eingehaucht. Es wird ein großer Verlust für die Mildestadt, wenn die Kalbenserin den Betrieb am Ende des Jahres einstellt.

Kalbe. Es ist der „Spagat zwischen Arbeit und Zuhause“, sagt Sandra Kunze. Diesen könne sie einfach nicht mehr leisten.

„Das hier aufzugeben, fällt mir sehr, sehr schwer“, so die alleinerziehende Mutter über ihre Entscheidung, den Pachtvertrag für ihr Hotel „Ratsstuben“ zum Ende des Jahres zu kündigen und somit den Betrieb einzustellen.

Im siebten Betriebsjahr ist Sandra Kunze mit ihrem Hotel. Die „Ratsstuben“ sind für die Mildestadt allerdings mehr als das. Denn in den Räumlichkeiten finden fast an jedem Wochenende Familienfeste statt, Jubiläen und Geburtstage werden gefeiert, Ausstellungen eröffnet, Stammtische abgehalten, Kartenspielturniere veranstaltet. Im Saal wird Kultur geboten, ob Konzerte von „Nobody Knows“ oder wie demnächst Kabarett mit den Hengstmann Brüdern. Die Volkssolidarität trifft sich hier zu ihren Mitgliederversammlungen und Senioren schwingen beim monatlichen Tanztee das Tanzbein. Ein herber Verlust wird es also für die Kalbenser und das gesellschaftliche Leben hier. „Ich hoffe, dass sich jemand findet, der das hier weitermacht“, sagt Sandra Kunze.

Sie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Allerdings waren die privaten Umstände 2011, als sie das Hotel übernommen hat, noch andere. Seit 2014 hat sie das Haus alleine geführt. Angestellt sind in den „Ratsstuben“ lediglich zwei Aushilfen für den Service und die Küche. Alles andere wuppt Sandra Kunze allein, von der Buchhaltung über das Saubermachen der sieben Zimmer bis hin zur Vorbereitung der Veranstaltungen. Auch wenn ihre Familie, vor allem die Eltern, ihr dabei hilft, „ist es schwere körperliche Arbeit“, so Kunze. Und eine, die viel Zeit beansprucht, die wiederum dann Zuhause fehlt.

Die Veranstaltungen, die in diesem Jahr geplant sind, finden wie geplant statt. Der Betrieb läuft wie gehabt. Nur wird es keine Silvesterfeier mehr geben. Was Sandra Kunze danach macht, wird sich noch finden, sagt sie: „Das Jahr ist lang, wer weiß, was sich noch ergibt.“ Das Gebäude wird entweder verpachtet oder verkauft.

Von Hanna Koerdt

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