Steuersätze in Kalbe sollen nicht erhöht werden

„Aufschrei wäre größer als Nutzen“

Kalbe. Die Steuersätze in der Einheitsgemeinde Kalbe sollen in diesem Jahr nicht erhöht werden. Das kündigte Kalbes Kämmerin Ingrid Bösener im jüngsten Hauptausschuss an. Zwar läge man bei der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer leicht unter dem Landes-Durchschnitt.

Aber eine Anpassung – sprich Erhöhung – sei wenig sinnvoll, erläuterte sie. Darin sei sie sich auch mit Bürgermeister Karsten Ruth einig.

Aktuell liegen die Sätze bei der Grundsteuer A (Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft) bei 320 Prozent, bei der Grundsteuer B (bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude) bei 350 Prozent und bei der Gewerbesteuer bei 340 Prozent. Bei der Grundsteuer B ist man ebenso wie bei der Gewerbesteuer leicht unter dem Landes-Durchschnitt: Die Grundsteuer B beträgt in Sachsen-Anhalt im Schnitt 380 Prozent, die Gewerbesteuer liegt bei 350 Prozent.

Eine Steuererhöhung, um mehr Geld einzunehmen, lehnt die Kämmerin aber trotzdem ab. „Das würde uns vielleicht ein, maximal zwei Jahre helfen“, erläutert sie. Mit den Mehreinnahmen könne man aber den Haushalt nicht alleine ausgleichen. In den Folgejahren würden sich diese Erhöhungen durch geringere Schlüsselzuweisungen vom Land und eine Erhöhung der Kreisumlage aber aufheben. Sie ist der Auffassung: „Unter dem Strich würde sich das für uns nicht rentieren.“

Und: „Der Aufschrei bei den Bürgern wäre größer, als es der Nutzen für uns als Kommune ist“, ist sich Ingrid Bösener sicher.

Die aktuellen Hebesätze stammen aus dem Jahr 2013, als es eine Vereinheitlichung der Steuern im gesamten Gebiet der Einheitsgemeinde Kalbe nach dem Auslaufen der Gebietsänderungsverträge gab.

Von Stefan Schmidt

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