Bibliothek will mit reduzierten Gebühren, neuen Medien und Veranstaltungen Leser zurückgewinnen

Attraktiver ins neue Lesejahr

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Die angespannte Haushaltslage veranlasste den Stadtrat im vergangenen Jahr zu einer Gebührenerhöhung in der Bibliothek.

Kalbe. Das vergangene Jahr war ein schwarzes für die Bibliothek Kalbe. Durch die von der Stadt beschlossene Erhöhung der Nutzungsgebühren und die Wochen des Umzugs brach die Zahl der Leser dramatisch ein. Im neuen Jahr soll sich das nun ändern.

Die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht. Denn die Bibliothek geht an ihrem neuen Sitz im Kulturhaus mit attraktiven Räumlichkeiten, einem erweiterten Medienangebot und nicht zuletzt mit gesenkten Gebühren in das neue Jahr.

356 Leser nutzten im Jahr 2011 die Kalbenser Bibliothek – das ist kaum mehr als die Hälfte der Nutzerzahlen des Jahres 2010, die bei 651 lagen. Allein bei den Kindern sei ein Rückgang von 129 Nutzern zu verzeichnen, erklärt Bibliotheksleitern Heidrun Kühnel.

Dramatisch ist auch die Entwicklung der Zahlen der Neuanmeldungen: Ganze 13 neue Nutzer konnten die Bibliotheksmitarbeiter im vergangenen Kalenderjahr registrieren. Zum Vergleich: Noch im Vorjahr hatten sich 158 Neuleser angemeldet.

Heidrun Kühnel führt diesen Rückgang auf die zwischenzeitliche Gebührenerhöhung zurück. „Kinder mussten plötzlich eine Nutzungsgebühr von zehn Euro bezahlen“, erklärt sie. Das sei vielen einfach zu viel Geld gewesen. Einen Strich durch die Rechnung machte der Bibliothek aber auch der Umzug in das Kalbenser Kulturhaus. „Wir hatten im Frühling vier Wochen lang geschlossen“, berichtet Heidrun Kühnel. Und das in einer Phase, die zu den Hauptausleihzeiten im Jahresablauf gehöre.

Der dramatische Nutzerrückgang in der Bibliothek hatte im Kalbenser Stadtrat schließlich die Alarmglocken läuten lassen. Im Dezember 2011 steuerte das Gremium gegen, die zum Zweck der Haushaltskonsolidierung erhöhten Gebühren wurden wieder gesenkt.

Nach der Senkung der Gebühren hoffen Heidrun Kühnel und ihre Kolleginnen Carola Fehse sowie Martina Holz nun wieder auf mehr Nutzer. Dazu beitragen sollen auch die neuen Räumlichkeiten der Bücherei im Kulturhaus. „Die Bibliothek gefällt den Nutzern jetzt deutlich besser als zuvor“, sagt Kühnel. Das höre man immer wieder. Etwas von Nachteil sei allein die Lage. „Es ist doch ein wenig ab vom Schuss.“ Manch einer, der zu Fuß unterwegs sei, überlege sich, ob er den Weg wirklich auf sich nehme.

Dabei die Bibliothek im neuen Jahr attraktiver zu machen, soll auch das umfangreiche Angebot an Büchern, DVDs und CDs helfen. Denn im Gegensatz zu den Nutzerzahlen legt die Bibliothek in Bezug auf ihre Angebotspalette seit Jahren zu, neue Medien werden immer wichtiger. So habe die Bücherei Ende 2011 insgesamt über 13 868 Medien verfügt, darunter 811 sogenannte Non-Book-Medien, also CDs, DVDs, Videokassetten und Ähnliches, berichtet Heidrun Kühnel. Insgesamt legte sich die Bücherei neue 419 Medien zu.

Zur Gewinnung neuer Leser wollen die Mitarbeiter im kommenden Jahr aber auch zu Veranstaltungen einladen. So sind eine Vorlesezeit, eine Märchenzeit und Buchlesungen geplant. Bei der ersten wird nach aktuellem Stand das Buch „Ist der Herd wirklich aus“ von Mark Spörrle vorgestellt. Die Lesung soll am 5. Juni stattfinden.

Von Alexander Walter

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