Belastung durch Lkw auf Landesstraße 1: Bürger möchten kein Pflaster mehr

Zierauer Ortsdurchfahrt: Asphaltschicht nicht in Sicht

Die asphaltierte L 1 geht in die gepflasterte Zierauer Dorfstraße über. Die Anwohner wünschen sich auch hier Asphalt, doch eine grundhafte Erneuerung liegt fern.

Zierau. Die Zierauer Ortsdurchfahrt war jüngst Thema des Ortschaftsrates Jeggeleben. Dort wünschten sich die Anwohner endlich eine Asphaltschicht auf der Straße vor ihren Häusern. Denn diese endet quasi an den Ortseingängen.

Die Zierauer Dorfstraße, die Teil der Landesstraße 1 ist, ist gepflastert, wie der Jeggelebener Ortsbürgermeister Ulf-Henrik Lühmann, der auch für Zierau als Ortsteil zuständig ist, erklärte. Er berichtete auch, dass sich die Anwohner von der Lautstärke der Lkw, die über das Pflaster fahren, gestört fühlten. Und Lkw fahren durchaus durch das Dorf, wenn sie auf der L 1 von Winterfeld nach Fleetmark unterwegs sind.

Doch es wird wohl noch mehrere Jahre dauern, bis dem Wunsch der Anwohner nachgekommen werden kann, erklärt Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Nord in Stendal, gegenüber der Altmark-Zeitung. Über den Daumen, so Krüger, gebe es in den beiden Landkreisen Stendal und Salzwedel – sie umfassen etwa 670 Kilometer Straßen – etwa 40 Prozent „schlechter und sehr schlechter Landesstraßen. Wir müssen deshalb immer eine Prioritätenreihung machen“. Diese Reihung ist unter anderem abhängig von der Frequentierung der Straße und ihrem baulichen Zustand. Und „die Frequentierung auf der L 1 ist nicht so, dass sie in den Prioritäten oben steht“, erklärt Krüger. Wobei man bemüht sei, innerorts zu priorisieren, weil eine Straße natürlich auch ortsbildprägend sei und man auch Verständnis für etwaige Lärmbelästigungen habe.

Hinzu komme, dass für eine grundhafte Erneuerung der Straße auch andere Beteiligte ins Boot geholt werden müssen. Zum Beispiel die Kommune, die für die Nebenanlagen, sowie Strom- und Wasseranbieter, die für die jeweiligen Leitungsnetze verantwortlich sind. Doch was ist mit einer Dünnschicht, die beanstandene Probleme zumindest oberflächlich lösen würde? „Das ist ein zweischneidiges Schwert“, so Krüger. Würde man auf das Pflaster eine Dünnschicht auftragen, kann das Wasser nicht mehr in den Rillen zwischen den Pflastersteinen versickern und würde nach außen an die Gehwege fließen, es bilden sich große Pfützen, deren Wasser Häuser beschädigen kann. Unebenheiten werden beim Dünnschichtbelag nicht ausgeglichen, da der gepflasterte Untergrund bleibt. Und es ist keine langlebige Bauweise, nach einiger Zeit bricht die Schicht „schollenartig auf“, so Krüger: „Die Probleme würden größer als zuvor“.

Von Hanna Koerdt

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