„Churchnight“ zum Reformationstag: Stationsbetrieb für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Angst und Hoffnung am Kirchturm

Nervenkitzel zum Reformationstag: Der 14-jährige Lukas Graf kannte keine Angst und seilte sich als erster vom Kirchturm ab.

mb Kalbe. Mit der so genannten „Churchnight“ gab es am Vorabend des Reformationstages in und an der Kalbenser Kirche einen ganz besonderen Aktionsabend – mit Mitwirkenden aus vier Pfarrbereichen und Kirchspielen und einem tollen und außergewöhnlichen Programm.

Los ging es für die gut 25 mitwirkenden Kinder, den diesjährigen Konfirmanden und anderen Jugendlichen sowie Erwachsenen aus den Pfarrbereichen Fleetmark, Güssefeld, Jeetze/Packebusch und Kalbe zum Warmwerden im Gemeinderaum der evangelischen Kirchengemeinde mit dem „People Bingo“, einem Kennenlernspiel. Etwas später folgte dann eine Andacht mit musikalischer Umrahmung durch Alexander Prinz auf der Orgel der Stadtkirche.

Der gesamte Aktionsabend indes galt dem großen Reformator Martin Luther. Und so gab es auch schon in der Andacht das Spiel zum Thema „Angst und Hoffnung“. Dieser rote Faden zog sich durch den gesamten Abend des Projektes „Churchnight“. Bevor es richtig losging, genossen die Teilnehmer das gemeinsame Abendessen mit Kartoffelsalat, Würstchen sowie belegten Brötchen und Erfrischungen. Die Stärkung, die von den Mitarbeiterinnen der Kirchengemeinde Petra Franze, Bärbel Kanitz, Vera Gast und den ehrenamtlichen Helfern Brigitte-Heidrun Ecks und Maik Hinz zubereitet worden war, konnten alle gut gebrauchen, galt es doch insgesamt zehn Stationen zu absolvieren, um sich mit seiner Angst, Hoffnung und dem Glauben auseinander zu setzen. Wichtig waren den Pfarrern und Gemeindepädagogen Dieter Borchert (Kalbe), Hans-Christof Rösner (Jeetze/Packebusch), Rainer Holst (Fleetmark) und Gesine Rabenstein (Güssefeld), dass die Kinder und Jugendlichen vor allem Spaß und Action haben konnten. Und auch Nervenkitzel gab es reichlich.

Vorbereitet waren die Stationen Angst, Ablassbrief, Bitten in den Himmel, eine „Mutmach-Handy-Aktion“, bei der SMS an die Eltern und Verwandten geschickt wurden, das Luther-Dart – in Anlehnung an den Wurf mit dem Tintenfass nach dem Teufel auf der Wartburg, der Thesenanschlag an die Kirchentür zu Wittenberg, Bibeltexte dechiffrieren sowie „Chillen mit Gott“ in der Sakristei. Wer lieber Nervenkitzel suchte, konnte sich im Rahmen einer Mutprobe vom Kalbenser Kirchturm abseilen. Beim Finale kurz vor Mitternacht ließen die Teilnehmer schließlich kleine, selbst gebauten Raketen im Pfarrgarten in den Himmel aufsteigen.

Den Kinder und Jugendlichen hat diese „Churchnight“ sichtlich gefallen. Und auch einige Kalbenser und Nachbarn aus der unmittelbaren Umgebung schauten an der Kirche vorbei, denn so richtig mochte es mancher wohl nicht glauben, dass der Kirchturm nun als Übungsobjekt von Bergsteigern diente. Doch es war ernst, der Giebel zum Pfarrhaus war hell erleuchtet. Und oben im Giebelfenster stand Volker Holtmeier aus Gardelegen, der die Mutigen, die in dieser Nacht ihre Angst überwunden hatten, sicherte und nach und nach nach unten gleiten ließ. „Was am meisten Überwindung kostete“, so der 14-jährige Lukas Graf, „ist, wenn man sich am Giebel nach hinten gleiten lässt.“ Für Jennifer Schulz (13) aus Benkendorf war „der erste Schritt über die Kante am Fenster“ die größte Herausforderung. Insgesamt 15 Kinder und Erwachsene überwanden die Angst vor der Höhe und ließen sich am Kirchturm abseilen. Bis in den späten Abend hinein herrschte in und an der Kalbenser Kirche Stationsbetrieb, an dem sich auch Gäste und Schaulustige beteiligten.

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