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Angelsportverein Kalbe für Pflege und Fischbestand von drei Gewässern zuständig

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Von: Ina Tschakyrow

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Angler am Burggraben in Kalbe
Wenn die Mitglieder des Angelsportvereins angeln, werden Fangkarten ausgefüllt. Dadurch kann der Fischbestand ermittelt und erneuert werden. © Maik Bock

Wie viele Gewässer hat der Angelsportverein Kalbe gepachtet? Und wofür sind die Angler zuständig? Wie wird der Fischbestand reguliert? Die AZ sprach mit dem Vorsitzenden Kay Grahmann.

Kalbe – Abends sitzt oft ein Angler am Burggraben, am Wochenende angeln dort mehrere Vereinsmitglieder und auch an der Milde sind immer wieder Angler zu sehen, die einige Fische aus den Gewässern holen. „Wir haben eine wunderbare Wasserqualität“, sagt Kay Grahmann, Vorsitzender des Kalbenser Angelsportvereins „Mildeufer 1935“. Die gute Wasserqualität ist an Krabben erkennbar, die in den Gewässern leben, in denen die Vereinsmitglieder Angeln können.

Angeln über Verein in ganz Sachsen-Anhalt möglich

Der Kalbenser Angelsportverein ist für drei Gewässer zuständig: den Burggraben, die Milde im städtischen Bereich vom Gardelegener Tor bis zum Secantsgraben Richtung Neuendorf am Damm und die Untere Milde von Winkelstedt bis zur Brücke Kahrstedt und Karritz. Geangelt wird in all diesen Gewässern. „Es gibt keinen Angler, der nur in einem Gewässer angelt“, sagt Kay Grahmann. Da der Angelsportverein Mitglied im DAFV (Deutscher Angler- und Fischereiverband) ist, kann jedes Vereinsmitglied in Gewässern in ganz Sachsen-Anhalt angeln, für die Vereine zuständig sind, die auch Mitglied im DAFV sind. Deswegen fahren einige der Kalbenser Angler in den Bördekreis, in den Harz oder zum Mittellandkanal. „Ich fahre selten“, sagt der Vereinsvorsitzende und ergänzt lachend: „Ich bin froh, wenn ich hier zum Angeln komme.“ Es gibt zudem Bündnisse mit anderen Verbänden. Deswegen können die Angler mit dem Kauf von Marken beispielsweise in Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg die Angeln nach Fischen auswerfen.

Fischbestand regelmäßig erneuert

Es wird aber nicht nur geangelt. Da die drei Gewässer in der Einheitsgemeinde gepachtet sind, ist der Angelsportverein auch für den Fischbesatz zuständig. Unterschiedlich oft im Jahr werden neue Fische eingesetzt. Anfang Dezember kamen Karpfen hinzu, im Frühling waren es Zander und Aale, erzählt Kay Grahmann. Der Bestand wird mit Fischen aufgefüllt, die es bereits in den Gewässern gibt, erklärt der Vereinsvorsitzende. Im Burggraben gibt es Schleien, verschiedene Karpfen wie Gras- und Spiegelkarpfen, Hechte, Zander, Weißfische wie Rotfeder, Brassen, Plötzen, Aale und Barsche. In der Unteren Milde sind vor allem Weißfische, Karpfen, Hechte und Aale, deren Bestand in den vergangenen Jahren aber sehr zurückgegangen ist, sagt Kay Grahmann. Das ist für den Vereinsvorsitzenden an den Fangkarten erkennbar, aus denen eine Statistik über den Bestand für den Landesanglerverband in Halle erarbeitet wird. Die Angler geben bei den Kassierungen Fangkarten für das vorangegangene Jahr ab, wodurch Kay Grahmann sieht, was gefangen wurde. Demnach „ist der Aal in der Milde zurückgegangen“, auch wenn regelmäßig neue Aale in die Gewässer eingesetzt werden. Die Fische, die der Angelsportverein zum Einsetzen erhält, werden auch aus der Statistik aus den Fangkarten ermittelt sowie nach der Gewässergröße berechnet.

Mehr Müll in den Gewässern

Auch für deren Pflege ist der Verein zuständig. Das Schilf wird beispielsweise am Burggraben zurückgeschnitten, an der Milde beim Goliath werden Angelstellen ausgeschnitten, damit die Vereinsmitglieder näher an das Gewässer kommen. Bei den Gewässerkontrollen findet der Vereinsvorsitzende immer mehr Müll in der Milde, ärgert er sich. Es wird vor allem Kleidung entsorgt, die von den Anglern aus dem Fluss herausgeholt wird. „Es gibt genügend Container zum Entsorgen“, sagt Kay Grahmann. Der Verein trägt zudem die Kosten für die Entsorgung.

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