Ehrenamtliche Naturschützer beringen Storchennachwuchs

51 junge Störche im Altkreis Kalbe

Drei junge Störche sitzen in einem Nest
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Die Schnäbel sind noch schwarz: Drei Jungstörche fanden die Naturschützer im ersten Nest ihrer Tour in Hagenau.
  • VonMaik Bock
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Michael Arens von der Nabu-Fachgruppe Vienau, Mario Firla, Dr. Ute Eggers und Bernd Weisbach machten sich wieder auf den Weg, um Jungstörche zu beringen und sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Jungtiere in den Nestern sitzen.

Hagenau – Los ging es am 19. Juni am Storchennest in Hagenau. Die Naturschützer waren in 29 Ortschaften des Altkreises Kalbe unterwegs, wobei aber 32 Nester existieren, sich aber nicht alle immer kontrollieren lassen. In diesem Jahr kamen die Naturschützer auch nicht an alle Nester heran, da sich von manchen Grundstücken die Eigentumsverhältnisse geändert haben, erklärte Michael Arens, und man zu diesen erst Kontakte knüpfen muss. Üblicherweise helfen Grundstückseigentümer den Ehrenamtlichen gerne und lassen sie auf ihre Dächer steigen. Diesmal verließ man sich auf die Storchenfreunde in einigen Ortschaften und deren Beobachtungen des Nestgeschehens.

„Wir konnten in vielen Horsten die Eier zur Kontrolle vor einigen Wochen nicht nachzählen und waren überrascht, dort nun Nachwuchs zu finden“, erzählte Arens. Er und Mario Firla hatten 79 Eier in den Horsten gezählt. Aber wie viele es tatsächlich waren, ist nicht klar. Am Sonnabend wurden 51 Jungstörche beringt. Acht davon kamen aber aus Loburg in die Altmark, denn Mario Firla brachte Jungstörche vom dortigen Storchenhof mit.

Bedauerlicherweise gab es in Neuendorf am Damm und Zethlingen Totalverluste – dort lagen zwar vor einigen Wochen Eier, aber es saßen dort am Sonnabend keine Jungstörche. In den vergangenen Wochen, so erklärte Michael Arens, wurde bereits beobachtet, dass Jungstörche von den Alttieren aus dem Nest geworfen wurden. Ein Grund dafür ist die Futterknappheit. Es gab aber auch Beobachtungen, dass Raubvögel die Jungstörche in den Nestern angriffen und sogar herausschleppten.

In Vahrholz wollte Michael Arens einen herausgefallenen Jungstorch, den er in den vergangenen Wochen zu Hause aufgepäppelt hat, wieder zurück in das Nest setzen. Doch dies war nicht möglich, weil die übrigen Jungen dort noch deutlich kleiner waren als der Zögling, um den sich Arens gekümmert hat.

Mit der Anzahl der Jungtiere sind die Naturschützer recht zufrieden. Denn es gab Jahre, in denen die Verluste viel höher und die Zahl der Jungtiere niedriger waren. Im vergangenen Jahr wurden 83 Eier gezählt, aber lediglich 40 Jungtiere, die Verlustrate lag also bei knapp über der Hälfte. 2020 gab es beispielsweise in Thüritz, Winkelstedt und Wustrewe Totalausfälle, diesmal saßen dort jeweils drei Junge. Leer blieb diesmal aber das Nest in Baars, wo im vergangenen Jahr zwei Junge groß wurden. Und wie schon 2020 blieben die Nester in Brüchau, Engersen, Güssefeld, Karritz, Schönebeck und Vienau leer.

In Recklingen gab es eine Neuansiedlung eines Storchenpaares, aber ohne Nachwuchs und in Altmersleben wurde in diesem Jahr ein Nest gebaut, nur ein Paar hat sich noch nicht angesiedelt. In Kremkau wurde ein Pflegling aus Loburg zu den anderen Jungtieren ins Nest gesetzt. Was viele Kalbenser besonders freut: Das Nest auf dem Burggiebel ist auch wieder besetzt – dort leben zwei Junge mit ihren Eltern.

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