Die Möglichkeit, die Kalbenser Stadtverwaltung und das Gerätehaus ins Kulturhaus zu integrieren, wird geprüft

Alle unter einem Dach?

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Im Haushalt sind bei den Investitionen 50 000 Euro für das Rathaus (Brandschutz) und 150 000 Euro für ein neues Gerätehaus eingestellt. Allerdings als reine Planungskosten.

Kalbe. 150 000 Euro Planungskosten für den Neubau des Gerätehauses der Ortsfeuerwehr Kalbe stehen als Investition im Haushalt der Mildestadt, der vor kurzem von den Stadträten beschlossen wurde.

Und noch mal 50 000 Euro Planungskosten für die Umsetzung der Brandschutzauflagen in der Stadtverwaltung schlagen bei den Investitionen zu Buche. Planungskosten, das heißt: Von den insgesamt 200 000 Euro wird noch nichts Konkretes entstehen. Außer einem Plan eben, was wie gemacht wird.

Bevor die Planungskosten für das Rathaus (50 000) und eine neues Gerätehaus (150 000) ausgegeben werden, wurde von einigen Stadträten angeregt und beschlossen, ein Konzept auszuarbeiten, ob man diese zwei Institutionen stattdessen in das kaum genutzte Kulturhaus integrieren könne. 

Genau dies sorgte bei manchen Stadtratsmitgliedern für Kopfschütteln. Bei Wilfried Hartmann beispielsweise, der forderte, dass, bevor irgendwelches Geld für Planer ausgegeben werde, ein Konzept für das Kulturhaus gemacht werden müsse. Denn im Vorfeld – sogar schon im Zuge der Gründung der Einheitsgemeinde – stand die Idee im Raum, die Nutzung des Kulturhauses auszuweiten und dort sowohl die Stadtverwaltung als auch das Gerätehaus zu integrieren. Denn es werde immer wieder Geld für Renovierungen an mehreren Gebäuden ausgegeben, nun müsse die Stadt demnächst einen Kredit aufnehmen für ein neues Gerätehaus, aber das Kulturhaus sei auch sanierungsbedürftig und es stehe die meiste Zeit ungenutzt inmitten der Stadt. Vielleicht könne man alles in einem Streich machen? „Wir müssen uns erst mal einig werden, was wir wollen“, so Dr. Helmut Bender. Beschlossen, wenn auch nicht einstimmig, wurde deshalb die Erarbeitung eines solchen Nutzungskonzeptes Kulturhaus-Rathaus-Gerätehaus von den Stadtratsmitgliedern, das allerdings möglichst nichts kosten soll.

Tatsächlich wird die Stadt, sollte so ein Vorplanungspapier auf den Weg gebracht werden, gar nicht umhinkommen, dafür Geld auszugeben. Denn diese Arbeit, wenn sie belastbar sein soll, kann nur von entsprechenden Fachleuten gemacht werden wie beispielsweise Architekten, Statikern etc.. Ergo: Das steht im Widerspruch zu dem, was die Stadträte eigentlich bezwecken wollen, nämlich Kosten für vielleicht unnütze Planungen zu sparen. Bevor eine externe Firma mit einer Analyse und einem Konzept beauftragt wird, sollen die groben Möglichkeiten des Kulturhauses von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Bauamtsmitarbeitern, Stadträten und Mitgliedern der Feuerwehr, unter anderem im Zuge einer Besichtigung des Gebäudes erörtert werden.

Viel zu bedenken

Drei in einem? Ob ein Kultur-Rat-Gerätehaus realistisch ist, damit befasst sich demnächst eine Arbeitsgruppe. Es gibt dabei viel zu beachten.

Das Kulturhaus ist insgesamt mit Mehrzwecksaal, Theatersaal etc. über 2500 Quadratmeter groß, auf zwei Ebenen. Die Mauern sind etwa einen halben Meter dick, was man von der Nutzungsfläche abziehen muss, erklärt Frank Wulff vom Bauamt auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. In der oberen Etage gibt es aktuell acht Büroräume. Geklärt werden muss, welche Räumlichkeiten überhaupt zur Verfügung ständen und welche in ihrer bisherigen Nutzung bleiben sollen, wie Bibliothek, Mehrzwecksaal, Gaststätte oder auch Schulmuseum. Und weiter, wohin diese dann eventuell umziehen. Für die Verwaltung – es gibt 24 Mitarbeiter – müsste man etwa auf drei Viertel der Fläche neue räumliche Strukturen bilden. Würde das Gerätehaus im Bereich des alten Theatersaals stehen, gebe es maximal sechs Stellplätze. Auch die Außenanlagen müssten neu strukturiert werden. Die Verkabelung und Verteilungsanlage ist teils noch im DDR-Standard. „Eine Umnutzung wäre wie ein Neubau“, so Wulff.

Die Arbeitsgruppe wird sich also mit einigen Fragen sehr konkret auseinandersetzen müssen. Wohl nicht zuletzt auch damit, ob sich ein solchen Großprojekt insgesamt finanziell rentiert oder nicht sogar deutlich teurer wird, als die bisherigen Planungen.

Von Hanna Koerdt

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