Landesanstalt für Altlastenfreistellung hat schätzen lassen

Abdichtung der Grube Brüchau kostet wohl zwischen 8,7 und 18,75 Millionen Euro

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Jahrelange Untersuchungen des „Silbersees“ bei Brüchau hatten ergeben, dass die Bohrschlammgrube undicht ist. Dass sie jetzt ausgekoffert werden soll, ist laut BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ die einzig richtige Konsequenz.

Magdeburg/Brüchau – Die Bohrschlammgrube Brüchau soll ausgekoffert werden. Das hat der Landtag in Sachsen-Anhalt beschlossen. Laut Kostenschätzung könnte die Auskofferung zwischen 73,5 und 160 Millionen Euro kosten.

Eine Kostenschätzung für die Abdichtung des sogenannten „Silbersees“ gibt es nun auch, das bestätigte gestern Jürgen Stadelmann, Geschäftsführer der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF), der Altmark-Zeitung.

Wer die Auskofferung bezahlt, hängt derzeit noch in der Luft. Eigentlich wird eine Grubensanierung zu 90 Prozent aus dem dafür gedachten Sonderbudget der LAF finanziert. Doch die LAF werde die Auskofferung nicht bezahlen und beruft sich darauf, dass sie von Gesetzeswegen her nur die laut Gutachten geeignete, aber auch kostengünstigere, in diesem Fall eine Abdichtung mit Abdeckung der Grube, bezahlen dürfe. Ob die LAF die Auskofferung doch zahlen muss, wird wohl gerichtlich geklärt, denn die Betreiberfirma Neptune Energy hat Klage gegen diese Positionierung der LAF eingereicht. Um für das anstehende Klageverfahren einen Anhaltspunkt für den „Streitwert“, so Jürgen Stadelmann, für das Gericht zu haben, hat die LAF eigens eine Grobkostenschätzung für die Abdichtung von Neptune Energy erarbeiten lassen. Laut dieser liegen die Kosten zwischen 8,7 und 18,75 Millionen Euro.

„Die Grobkostenschätzung erfolgte durch den Planer nach derselben Systematik wie für die Auskofferung“, erklärt Stadelmann. Erstellt wurde sie für die Schließungsvariante Kombinationsabdichtung (mineralisch und mit Kunststoffdichtungsbahn) in Verbindung mit „der lokalen Qualifizierung der Basisabdichtung“, konkretisiert der LAF-Geschäftsführer die Maßnahme.

Doch bei diesen Kosten bleibt es nicht: Die jährlichen Nachsorgekosten für die Überwachung und Mahd „können auf rund 25 000 Euro beziffert werden. Dabei wird von einem Nachsorgezeitraum von mindestens 30 Jahren ausgegangen“, teilt Stadelmann auf Nachfrage der AZ mit. Hochgerechnet wären das für 30 Jahre 750 000 Euro.

In die Grobkostenschätzung eingeflossen sind die Arbeitsschritte Planung und Genehmigung, Baustelleneinrichtung und Arbeitsschutz, das Abpumpen, Zwischenlagern, Abtransportieren und Entsorgen von Deponiewasser (Aufstandswasser, Niederschlagswasser, Restsickerwasser), der lokale Aufbau der Basisabdichtung mittels eines Wabenverfahrens, der Aushub und die Entsorgung des Abfalls, danach Rückverfüllung und lagenweiser Einbau von Ton und Erdstoffen, die Herstellung eines tragfähigen Untergrundes für die Oberflächenabdichtung und anschließende Auffüllung mit mineralischen Baumassen. Und schließlich die Herstellung der Oberflächenabdichtung und einer überlagernden Wasserhaushaltsschicht.

Doch letztlich bleibt diese Variante doch nur Theorie. Denn, wie die LAF und das übergeordnete Umweltministerium mehrfach betonten, gehe es nicht darum, die Auskofferung zu verhindern. Sondern darum, dass die LAF diese nicht zahlt. Das müsste dann aus der Haushaltskasse des Landes geschehen.

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