Schilder an Radwanderwegen im Kalbenser Einheitsgemeindegebiet werden immer wieder beschädigt und geklaut

Geld fehlt dann an anderer Stelle

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Auf den Kalbenser Radwanderwegen wird immer wieder randaliert und zerstört. Fotos: Privat

Kalbe.

Es sind Sinnlos-Aktionen von offenbar gelangweilten Menschen: An den drei Fahrrad- und Wandertourstrecken (Milde-Biese-Tour, Der Kalbesche Werder, Fahrt in die Altmärkische Schweiz) werden immer wieder die Schilder gestohlen oder beschädigt, die den Touristen den Weg weisen. Die Stadt zahlt dafür. Das Geld fehlt dann für die eigentliche Ertüchtigung der Wege.

Vor wenigen Tagen entdeckte Bernd Kämpfer von der Kalbenser Tourist-Information wieder einmal, dass an der Goliath-Brücke der Milde-Biese-Tour die Holzschilder sowie die große Tafel, die die umliegende Natur erklären, fehlen. „Ich habe sie erst in diesem Sommer wieder angebracht. Sie waren ganz neu“, ärgert sich Kämpfer, der noch bis zum Jahresende seinen Bundesfreiwilligendienst in der Tourist-Info absolviert. Schon drei Mal war er in diesem Jahr unterwegs, um an verschiedenen Stationen der Tourstrecken neue Schilder anzubringen. Eine Sisyphos-Arbeit, denn die Schilder verschwinden wieder und wieder. Im September hatten er und Beatrice Krause (Tourist-Info) einen Teil der Tourstrecken kontrolliert und dabei eine zweiseitige Liste zusammenbekommen über jene Stellen, an denen die Beschilderung fehlt oder lückenhaft ist. Oder von den Stellen, an denen einfach randaliert wurde. Wie zum Beispiel am Rastplatz auf dem Pickelsberg, wo im Frühjahr die Schilder mit Farbe besprüht wurden, Bernd Kämpfer diese dann wieder sauber gemacht hatte, wo aber nun der Papierkorb fehlt sowie der ganze Pfahl samt Schildern. Oder am Rastplatz zum Rehhorst, wo die Bänke in den anliegenden Tümpel geschmissen wurden. „Das ist sehr ärgerlich. Die Touristen verfahren sich dann und wir bekommen Beschwerden, dass das von der Stadt nicht gemacht wird und man sich nicht kümmert“, so Kämpfer. Aber man könne einfach nicht jeden Tag alle Strecken abfahren und kontrollieren.

6500 Euro stellt die Stadt für die Unterhaltung der Radwanderwege im laufenden Haushalt zur Verfügung – als freiwillige Aufgabe. „Wir sind dabei die Milde-Biese-Tour zu ertüchtigen“, erklärt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Aus dem dafür eingeplanten Budget müssen dann wieder Beträge genommen werden, um für die gestohlenen oder beschädigten Schilder, Tafeln, Bänke und Papierkörbe Ersatz zu beschaffen. Diese Mittel fehlen dann für Erdarbeiten und ähnliches, so Ruth. Weshalb die Ertüchtigung der Tourstrecke auch wieder ins Stocken gerät.

Dass die Randalierer erwischt werden, bleibt die Ausnahme: „Wir können nur einfach darauf aufmerksam machen und hoffen, dass Bürger die Augen offen halten“, so Bernd Kämpfer. Was die Täter mit den Schildern überhaupt wollen, bleibt ihm ein Rätsel. Denn wertvoll sind sie nicht. Nur auf Dauer teuer – aber eben für die Stadt.

Von Hanna Koerdt

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