Mandy Zepig: „Nicht bis auf alle Tage geschlossen“

Gardelegen: Zwei Bewerber für Tierheim-Übernahme

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Bis Freitag mussten die Geschäftsräume des Gardelegener Tierheims auf Anordnung geschlossen sein.

Gardelegen. Das Tierheim in Gardelegen „muss ja nicht bis auf alle Tage geschlossen bleiben.“ Das erklärte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig am Montagabend im Stadtrat.

Heidemarie Hintsch, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Tierheim, hält „die Schließungsgründe für nicht nachvollziehbar“. Der Tierschutzverein hatte Hunde aus Ungarn vermittelt.

Dort traten während der Einwohnerfragestunde mehrere Bürger ans Mikrofon, um ihr Unbehagen über die aktuelle Entwicklung kundzutun – der Tierschutzverein hat keine Betriebserlaubnis für das Tierheim mehr (wir berichteten), das somit geschlossen ist. Doch es gebe, so berichtete Mandy Zepig, mittlerweile zwei Bewerber, die das Areal – es gehört der Stadt und wurde dem Tierschutzverein bisher kostenlos zur Verfügung gestellt – betreiben würden. Man verhandele nun, so die Bürgermeisterin. Denn es sei definitiv im Interesse der Stadt, vor Ort ein Tierheim zu haben.

Tierheim-Leiterin Marianne Wigger durfte nicht reden.

Mandy Zepig stellte zugleich klar: „Wir als Stadt übernehmen keinesfalls sämtliche Betriebskosten, um das Tierheim zu decken.“ Konkret übernehme die Kommune nur die Kosten für die Fundtiere. Privat aufgenommene Tiere, beispielsweise wenn die Wohnung zu klein oder der Besitzer zu alt für die Tierhaltung ist, seien Sache des Betreibers, also bisher des Tierschutzvereins. Zuletzt aufgekommene Kritik, die Stadt habe in der Vergangenheit zu wenig für das Tierheim getan, konterte die Bürgermeisterin ebenfalls. 22 Treffen habe es in den vergangenen zwei Jahren zwischen Kommune und Tierschutzverein gegeben. „Wir sind bei den Kosten aber nicht vorwärts gekommen.“ Der Verein habe es in diesen zwei Jahren nicht geschafft, eine Kostenauflistung zusammenzustellen. Zuletzt habe man als Stadt angeboten, pauschal 1,20 Euro pro Einwohner jährlich zu überweisen. Doch als darüber im Sozialausschuss debattiert werden sollte, hatten Vertreter des Tierheims ihr Kommen kurzfristig abgesagt.

In den Zuschauerreihen saß auch die bisherige Leiterin des Tierheims, Marianne Wigger. Fragen stellen durfte sie bei der Einwohnerfragestunde nicht: Sie wohnt nicht im Gardelegener Stadtgebiet.

Nach Zepigs Angaben handele es sich bei den beiden Bewerbungen um die Fortführung des Tierheims in einem Fall um jemanden aus dem Gardelegener Stadtgebiet. In einem Fall könnte das Tierheim als Zweigstelle eines anderen Standortes weitergeführt werden. Und: Die jetzigen ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten auch unter einer neuen Betreibung vor Ort bleiben. Zumindest sei dies eines der Ziele der Stadt.

Von Stefan Schmidt

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