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Schenkenhorst hat „einen Deckel drauf gemacht“

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Von: Stefan Schmidt

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Biogasanlage
Eine Biogasanlage gibt es bei Schenkenhorst. © Stefan Schmidt

Der jahrelange Streit umeine geplante Hähnchenmastanlage bei Schenkenhorst ist vom Tisch.

Schenkenhorst – Der Tagesordnungspunkt selbst dauerte nur wenige Minuten. Denn im Vorfeld hatte es Gespräche zwischen den Mitgliedern des Schenkenhorster Ortschaftsrates und dem Geschäftsführer der Biogasanlage in Richtung Klein Engersen, Andreas Freese aus Niedersachsen, gegeben. Und auch die Abstimmung verlief problemlos: Alle Hände gingen hoch, als Ortsbürgermeister Fabian Krüger in die im Dorfgemeinschaftshaus tagende Runde fragte, wer für die Vorlage „Vorhabenbezogener Bebauungsplan Biogasanlage Schenkenhorst – Entwurf“ war.

Damit, so erklärte Ratsmitglied Uwe Roitsch den anwesenden Einwohnern, „haben wir erstmal Ruhe“. Denn Unruhe gab es rund um die Fläche, auf der die Biogasanlage gebaut wurde, vor einigen Jahren genug. Betreiber war damals eine ortsansässige GbR, die mittlerweile in Insolvenz gegangen ist. Neben der Biogasanlage gab es noch Pläne, eine Hähnchenmastanlage in unmittelbarer Nachbarschaft zu bauen, größer als ursprünglich geplant. Dagegen liefen viele Schenkenhorster und auch die Mehrheit des Ortschaftsrates Sturm.

Mittlerweile gibt es einen neuen Betreiber, eben jenen Andreas Freese, der während der Sitzung vor Ort war und auch zu Wort kam. Knackpunkt für eine Zustimmung des Ortschaftsrates war die Zusicherung, vom Bau einer Hähnchenmastanlage Abstand zu nehmen, obwohl der Bauantrag noch beim Insolvenzverwalter liegt – aber eben gestellt vom mittlerweile insolventen Vorbetreiber.

Auch Ratsmitglied Uli Jelinski zeigte sich erleichtert: „Nun haben wir Sicherheit.“ Man habe ganz gewusst „an der Hähnchenmastsache immer wieder herumgepickt“, um das Thema endlich zu den Akten zu legen. Zumal die Biogasanlage nicht mehr als „privilegiert“ eingestuft werde, weil es sich um keinen ortsansässigen Betreiber mehr handelt. Uli Jelinski abschließend: „Nun haben wir einen Deckel drauf gemacht.“

Letzte Instanz in Sachen Zustimmung ist der Gardelegener Stadtrat. Der hatte bereits im vergangenen Jahr die Vorlage auf dem Tisch, lehnte ein Ja aber ab. Denn der Schenkenhorster Ortschaftsrat hatte zuvor sein Okay wegen der unklaren Rechtslage rund um die Hähnchenmastanlage verweigert.

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