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Zigarettenautomat in Solpke gesprengt: Angeklagter fehlt vor Gericht

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Von: Ina Tschakyrow

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Das Amtsgericht Gardelegen
Der Angeklagte fehlte vor Gericht. © Stefan Schmidt

Wegen schweren Diebstahls und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion war ein Mann angeklagt. Die Verhandlung fand am Donnerstag im Gardelegener Amtsgericht statt. Der Angeklagte fehlte unentschuldigt.

Gardelegen / Solpke – Die Staatsanwältin beantragte einen Strafbefehl über sieben Monate Freiheitsstrafe, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Akzeptiert der Angeklagte diese Strafe nicht, gibt es eine erneute Verhandlung. Aber was war passiert?

Der Angeklagte soll in der Nacht des 10. März 2019 gegen 3 Uhr einen Zigarettenautomaten mit einem Bekannten in Solpke gesprengt haben. Der Bekannte stand deswegen schon im August vergangenen Jahres vor Gericht und wurde zu anderthalb Jahren Haft auf drei Jahre zur Bewährung verurteilt. Der Bekannte war vor Gericht geständig und sagte, dass er mit dem Angeklagten zuvor in Gardelegen gefeiert habe und danach beide nach Solpke gefahren sind, um den Zigarettenautomaten zu sprengen. Die Idee, so sagte es bei der Gerichtsverhandlung im August der nun Verurteilte, habe der Mann gehabt, der am Donnerstag nicht zur Verhandlung vor dem Schöffengericht erschien. Der Zigarettenautomat wurde beschädigt. Die Geldkassette fiel heraus. Diese konnten die Männer nicht mitnehmen, da sich die Polizei bereits näherte. Noch in der Nacht wurden beide Männer von der Polizei aufgrund von Zeugenaussagen festgenommen. Es wurden neben selbst gebastelten Böllern auch Drogen gefunden.

Der Verteidiger des Angeklagten setzte sich auch ohne seinen Mandanten für den Abschluss des Verfahrens ein, da der Angeklagte noch weitere Gerichtsverhandlungen habe. Bei diesen seien Freiheitsstrafen möglich, da es sich um Betäubungsmitteldelikte handele. Zudem werde, war sich der Verteidiger sicher, ein neuer Verhandlungstermin keine neuen Erkenntnisse bringen, da der Angeklagte dem bereits Verurteilten die Schuld geben würde. „Dann steht Aussage gegen Aussage“.

Es wurde über einen Strafbefehl, der bis zu einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr auf Bewährung möglich ist, gesprochen. Richter und Staatsanwältin waren nicht abgeneigt, da die Tat zwei Jahre zurückliegt, der Schaden mit 1500 Euro gering war und andere Personen nicht gefährdet wurden. Die Staatsanwältin beantragte schließlich einen Strafbefehl über sieben Monate Freiheitsstrafe, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.

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