Lindstedterhorst, Wollenhagen und Seethen maßen sich beim Boßeln

Wurfspiel mit Hindernissen

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Andreas Thunecke aus dem Team von Titelverteidiger Lindstedterhorst, das mit gelben Kugeln antrat.

Lindstedterhorst. Diesmal war an alles gedacht. Sogar das Wurfmaterial war echt. „Wir haben uns diesmal originale Boßelkugeln gekauft“, berichtete Gerald Adler, Seethens Ortsbürgermeister.

Unter anderem aus dem Topf des Brauchtumsgeldes wurden Kugeln in drei verschiedenen Farben geordert: Rot, grün und gelb. In Rot traten am Sonnabend die Boßelfreunde aus Wollenhagen an. Die gelben Kugeln gehörten den Titelverteidigern aus Lindstedterhorst. Und die Seethener schmissen die blauen Kugeln die Straßen entlang.

Beim Boßeln, einem aus Friesland „importierten“ Freizeitspaß, der in und um Ostfriesland zum Beispiel als echte Sportart sogar in eigenen Ligen gespielt wird, geht es darum, die Kugeln mit möglichst wenigen Würfen von einem Dorf zum anderen – idealerweise von einer Kneipe zur anderen – zu werfen. Natürliche Hindernisse wie Schlaglöcher, Kurven und Straßengräben kommen erschwerend hinzu und müssen beim Wurf jeweils mitberechnet werden. Und so angelte Schiedsrichter Thomas Mertens öfter mal die kleinen Kugeln aus den Gräben entlang der Straßen heraus – auch das mit einem originalen Fangkorb an einem langen Stiel.

Die 13 Lindstedterhorster, elf Seethener und neun Wollenhagener fingen in Lindstedterhorst auf dem Hof von Familie Wiese mit einem deftigen Frühstück an. Das Mittagessen gab es zwei Kilometer und etliche Würfe weiter in Wollenhagen, das Ende der Veranstaltung fand am Nachmittag im Seethener Dorfgemeinschaftshaus statt. Unterwegs gab es nicht nur rollende Kugeln, sondern auch jede Menge Spaß: Zu einem echten Boßelturnier gehören Bier und Schnäpse dazu, so dass sich alle zwischendurch stärken konnten.

Von Stefan Schmidt

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