Türchen und Stiefelaktion geplant

Gardelegens Weihnachtsmarkt fällt aus: „Wollen kein Superspreader werden“

Der Gardelegener Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Diese Entscheidung ist im Rathaus nach wochenlangen Diskussionen gefallen.
+
Der Gardelegener Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Diese Entscheidung ist im Rathaus nach wochenlangen Diskussionen gefallen. Foto:

Gardelegen – Die Stadt Gardelegen und der Gewerbeverein haben die Reißleine gezogen. Denn in diesem Jahr wird es in der Innenstadt keinen Weihnachtsmarkt geben.

Das verkündete Bürgermeisterin Mandy Schumacher am Dienstag während der Zusammenkunft des städtischen Hauptausschusses.

Seit mehreren Wochen wurde im Rathaus überlegt, ob und in welcher Form der Weihnachtsmarkt trotz der Corona-Einschränkungen stattfinden kann. Eine Variante: Die gesamte Altstadt und nicht nur das Areal rund ums Rathaus nutzen und auf diese Weise die Stände mit ausreichend Abstand aufstellen, um die Abstandsregelung einzuhalten. Doch die Eröffnung der Skate-Anlage vor rund zwei Wochen habe ihre Zweifel bestärkt, so Mandy Schumacher. Denn damals regnete es und die Besucher stellten sich unter – das würde auf dem Weihnachtsmarkt dann wegen der Abstandsregelungen kompliziert. Und noch einen Aspekt brachte die Bürgermeisterin ins Spiel: „Wenn dann jemand zwei Glühwein getrunken hat, wird es mit der Abstandsregel möglicherweise auch kompliziert.“ Denn „dann kriegst Du die Leute nicht auseinandergezogen.“ Schlussendlich habe man entschieden: „Wir wollen kein Superspreader werden“ – also kein Ort, an dem sich das Corona-Virus massenweise ausbreitet. Man sehe sich deshalb „außerstande“, den Weihnachtsmarkt zu organisieren.

Was aber stattfinden soll, ist der lebendige Adventskalender, also das allabendliche Türchen. Dort, so Mandy Schumacher nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, kämen maximal 50 Personen unter freiem Himmel zusammen. Das müsste zu bewerkstelligen sein, schätzt sie ein. Es sei denn, es käme bis dahin zu weiteren verschärften Einschränkungen.

Und Dirk Kuke, Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft Innenstadt“, erklärte, dass die AG trotz der Einschränkungen vorhabe, die Nikolausstiefel-Aktion anzubieten. Dies finde in Zusammenarbeit mit etlichen Innenstadt-Geschäften statt und es sei deshalb verantwortbar, diese Aktion der Innenstadthändler für die Gardelegener Kinder während der Adventszeit anzubieten.

Für Mandy Schumacher ist die Weihnachtsmarkt-Absage zwar ärgerlich („2020 ist nicht unser Jahr“), aber verschmerzbar. Für sie hat Vorrang, dass Schulen und Kitas nicht wieder, wie beim Lockdown ab Mitte März, dicht machen müssen. „Das können wir den Eltern nicht nochmal zumuten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare