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Wo gibt es in Gardelegen Schutzräume?

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Von: Ina Tschakyrow

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Das Bild zeigt eine Treppe zu einem Bunker, die mit einer Metalltür verschlossen ist.
Wo es in Gardelegen noch Schutzräume gibt, wird derzeit überprüft. © Boden, Holger

Wo gibt es in der Einheitsgemeinde Gardelegen noch Schutzräume? Das wird derzeit von der Stadtverwaltung überprüft. Damit soll aber keine Panik bei den Bürgern verbreitet werden, die Stadt möchte vorbereitet sein.

Gardelegen – Am 24. Februar begann Russland den Krieg in der Ukraine. Seitdem fallen Bomben auf ukrainische Städte, Einrichtungen werden beschossen, russische Truppen nehmen ukrainische Städte ein. Tausende Menschen flüchten aus ihrem Heimatland. Diejenigen, die bleiben, müssen immer wieder Schutz vor den Angriffen in Bunkern suchen. Lwiw ist von Gardelegen 1123 Kilometer entfernt.

„Wie sieht es mit dem Zivilschutz in Gardelegen aus?“, fragte Siegfried Jordan wegen dieser Situation kürzlich während der Stadtratssitzung. „Schlecht“, antwortete Bürgermeisterin Mandy Schumacher. Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind seit Ausbruch des Krieges mit dem Thema beschäftigt. Im Stadtarchiv befinden sich dazu Aufzeichnungen aus dem Jahr 1942 und Unterlagen aus DDR-Zeiten über die Zivilverteidigung. Die Listen der Zivilverteidigung wurden überprüft, informiert Mandy Schumacher auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

In den Listen sind alle Straßen, mit Hausnummern und der Anzahl der Schutzplätze in den Schutzräumen notiert. Aufgelistet ist allerdings, wo sich damals, also um 1979 und 1980, Schutzräume befanden. Es ist also nicht sicher, ob es diese Schutzräume heute noch gibt. Es sind in den Unterlagen der Zivilverteidigung unter anderem Einfamilienhäuser angegeben, deren Schutzräume könnten heute Keller sein. Aufgelistet sind auch städtische Gebäude.

Unter Rathausplatz 1, also dem Rathausgebäude, sind 61 Schutzplätze angegeben. Der ehemalige VEB (volkseigener Betrieb), das heutige Gebäude in dem sich BKD im Gewerbegebiet Ost befindet, hatte damals Schutzplätze für mehrere hundert Personen, sagt Mandy Schumacher.

Manche der Schutzräume gibt es heute eventuell nicht mehr, weil die Gebäude abgerissen worden sind. Einige der aufgelisteten Schutzräume sollen kontrolliert werden, beispielsweise das Jugendförderungszentrum am Tannenweg oder Gebäude der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, um zu sehen, wie der Zustand ist, ob die Schutzräume öffentlich zugänglich sind.

„Wir wissen, wo sich Schutzräume befinden könnten, aber wir wissen nicht, welche Voraussetzungen es für diese gibt“, sagt die Bürgermeisterin. Die heutigen Voraussetzungen an einen Schutzraum sind nicht festgelegt, welche das BBK bestimmen würde. Auch ist die Stadt nicht für Schutzräume zuständig, sondern der Bund. „Wir wollen keine Panik machen“, verdeutlicht Mandy Schumacher. Es gehe darum, vorbereitet zu sein. Es könne sein, erklärt die Bürgermeisterin, dass das BBK irgendwann Unterlagen zu den Schutzräumen anfordert.

Laut Informationen, die sich auf der Internetseite des BBK befinden, gibt es keine öffentlichen Schutzräume, wie zum Beispiel Luftschutzbunker, mehr in Deutschland. „Im Jahr 2007 beschlossen Bund und Länder gemeinsam, öffentliche Schutzräume nicht weiter zu erhalten. Mit dem Fall der Mauer und der Beendigung des Ost-West-Konflikts schien das Szenario eines konventionellen Krieges mit großflächigen Bombardierungen und dem Einsatz chemischer und nuklearer Waffen nicht mehr zeitgemäß“, wird dort der Beschluss begründet.

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