Hochschule Anhalt untersucht Methoden zur Bekämpfung

Wissenschaftspojekt im Drömling zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Meisenkästen am Baum
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Das Anbringen von Meisenkästen am Friedrichskanal als nachhaltige Präventivmaßnahme ist ein Teil des Projektes der Hochschule Anhalt.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Gardelegener Einheitsgemeinde ist erstmals Teil eines wissenschaftlichen Projektes mit der Hochschule Anhalt, teilt die Stadt mit. „Wir betrachten das als Chance und unterstützen das Projekt in jeder Hinsicht“, sagt Florian Kauer, Fachdienstleiter im Bereich Sicherheit und Ordnung.

Gardelegen – Seit Mitte Februar erfolgt die enge Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Hochschule vor Ort im Drömling. Das Ziel der Wissenschaftler ist, fundierte Daten und Schlussfolgerungen zu sammeln, um in betroffenen Regionen akzeptierte und vor allem nachhaltige sowie sachgerechte Lösungen zu finden. Projektinhalt ist deswegen der wissenschaftliche Vergleich unterschiedlicher Bekämpfungsvarianten gegen den Eichenprozessionsspinner im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Es sollen insbesondere innovative, nachhaltige, alternative Bekämpfungsmaßnahmen wie zum Beispiel Heißschaum und Nematoden sowie nachhaltige Präventivmaßnahmen wie zum Beispiel die Erhöhung der Biodiversität durch Nistkastenangebot in ihrer Wirksamkeit gegen den Eichenprozessionsspinner und ihre Auswirkungen auf die Biodiversität untersucht werden.

Enge Zusammenarbeit mit Kommunen und Biosphärenreservatsverwaltung

Für das wissenschaftliche Projekt gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen und der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling. Die Hansestadt Gardelegen unterstützt das Projekt intensiv. So wurden im Vorfeld etliche Strecken im Drömling herausgesucht, die in der Vergangenheit noch nicht bekämpft wurden, jedoch stark befallen waren und sind. An diesen Strecken werden nun unterschiedliche Versuche gestartet, unter anderem das Anbringen von Meisenkästen am Friedrichskanal zwischen Kahnstieg und dem Schleusentempel. „Gerade in diesem Bereich ist die Bekämpfung mit dem Biozid durch die Gewässernähe unmöglich“, erläutert Florian Kauer. Nach umfangreicher Planung hat die Hansestadt Gardelegen mit der Hochschule Anhalt nun bestimmte Strecken abgestimmt, „die wir im Rahmen dieses Projektes chemisch bekämpfen“, so der Fachdienstleiter. Dies wird ab Mai zwischen Peckfitz und Lenz II der Fall sein. Weiterer Teil des Projektes ist die Heißschaummethode. Daran wird sich die Hansestadt Gardelegen aufgrund der wenig überzeugenden Erfahrungen im vergangenen Jahr aber nicht beteiligen.

Beteiligung an mechanischer Bekämpfung noch offen

Noch offen ist die Beteiligung der Hansestadt am Projekt der mechanischen Bekämpfung. „Wir warten zunächst die diesjährige Befallsdichte des Eichenprozessionsspinners ab und entscheiden dann im Juli, wo abgesaugt wird“, blickt Florian Kauer voraus. „Wir hoffen, dass wir von den Erkenntnissen der Wissenschaftler profitieren können, denn der Eichenprozessionsspinner wird uns noch lange begleiten“, erklärt der Fachdienstleiter.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalts hat das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der Hochschule Anhalt auf den Weg gebracht.

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