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Wird Wohnblock abgerissen?

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Von: Ina Tschakyrow

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Der Wohnblock an der Isenschnibber Straße 21 bis 27 wurde 1960 gebaut. Eine Teilsanierung erfolgte 1994, seit 2015 wird nicht mehr vermietet.
Der Wohnblock an der Isenschnibber Straße 21 bis 27 wurde 1960 gebaut. Eine Teilsanierung erfolgte 1994, seit 2015 wird nicht mehr vermietet. © Koerdt

Gardelegen – Das Fördergebiet Stadtumbau Ost „Altstadt/Bahnhofsvorstadt“ soll um den Bereich der Isenschnibber Straße 21 bis 27 erweitert werden. Dort steht ein fast leergezogener und unsanierter Wohnblock der Wohnungsgenossenschaft (WWG), die das Gebäude abreißen möchte.

Um dafür Fördermittel nutzen zu können, ist die Erweiterung des Fördergebietes notwendig, erklärte Henri Schulz.

Das Vorstandsmitglied der WWG war beim städtischen Bauausschuss am Montagabend anwesend, ebenso der letzte und einzige Mieter des Wohnblocks. Der Mann forderte während der Einwohnerfragestunde, dass die Wohnungen dort erhalten bleiben. Laut Henri Schulz war ursprünglich auch kein Abriss geplant. Aber in Hinblick auf die nächsten zehn Jahre „kommt es manchmal anders als gedacht“, erklärt er weiter. Denn im Zuge der Fortschreibung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) wurden die Wohnungsbestände ermittelt sowie die zukünftigen Vorhaben besprochen. Dabei stellte sich zunächst heraus, dass der im Jahr 1960 erbaute Wohnblock nicht im Fördergebiet liegt. Weshalb unabhängig von der Verwertbarkeit des Gebäudes ein Antrag zur Fördergebietserweiterung beantragt wurde. Es wurde dabei auch deutlich, dass die Kosten für die Sanierung, die bei 2,7 Millionen Euro liegen, zu hoch sind. Dadurch würden sich die Mieten, die momentan bei fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter liegen, auf etwa zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter steigern.

Damit wäre die Miete zu hoch, weswegen die WWG beschloss, „dieses Objekt vom Markt zu nehmen“, so Henri Schulz zu den Anwesenden, was aber nicht jedem gefiel: „Aus meiner Sicht“, sagte dazu Ulrich Scheffler, müsste der Wohnblock „nicht weggerissen werden“. Er erklärte, dass in diesen Block bereits Fördermittel für Sanierungen geflossen wären und fragte sich, warum dieser nun abgerissen werden soll. Diese Aussage sei laut Henri Schulz aber nicht wahr. Der Wohnblock ist teilsaniert, im Jahr 1994 wurden Heizung sowie Fenster erneuert, und zwar ohne Fördermittel, stellt Henri Schulz auf AZ-Nachfrage klar.

Zudem wurde bereits im Jahr 2015 beschlossen, dass das Gebäude unabhängig von Verwertung oder Sanierung nicht mehr vermietet wird, worüber auch informiert wurde. 2016/2017 fanden dann Modernisierungsmaßnahmen von Wohnblöcken an der Ernst-von-Bergmann-Straße statt. Im Zuge dieser wurden Vermieter an der Isenschnibber Straße ein Umzug mit Übernahme der Kosten angeboten. Dieses Angebot nahmen von sieben Mietern, die 2016 in dem Block wohnten, insgesamt fünf an. Mittlerweile lebt dort nur noch ein Mieter, dem auch mehrmals Umzüge angeboten worden sind, erläutert Henri Schulz. Das kostet der WWG jährlich 15.000 Euro Betriebskosten. Die WWG hofft, dass der Mieter doch noch auszieht. Denn „wir wollen abreißen“, verdeutlichte Henri Schulz nochmals.

Der Abriss kostet etwa 120.000 Euro und wird vollständig von Land und Bund gefördert. Allerdings nur, wenn der Bereich im Fördergebiet liegt. Dafür stimmte der Bauausschuss mit einer Enthaltung zwar mehrheitlich, diskutierte aber dennoch teils heftig über die Abriss-Pläne. Der Tagesordnungspunkt wurde schließlich von Gustav Wienecke mit der Abstimmung beendet.

VON INA TSCHAKYROW

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