Land plant Weiterentwicklung des Naturparks nach 2012 / Neubüser: „Bevölkerung einbinden“

Wird Drömling Biosphärenreservat?

Zahlreiche Referenten und Gäste aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz nahmen gestern an der siebenten Drömlingskonferenz im Haus Altmark in Mieste teil. Fotos (3): Walter

Mieste. Der Naturpark Drömling soll mittelfristig zu einem Unesco-Biosphärenreservat ausgebaut werden. Und: Mit der laufenden Umsetzung des Naturschutzgroßprojektes Drömling sind dafür bereits entscheidende Voraussetzungen geschaffen worden.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der siebenten Drömlingskonferenz, die gestern im Haus Altmark in Mieste stattfand.

Fachleute des Zweckverbands Drömling, Träger des Großprojekts, sowie weiterer beteiligter Einrichtungen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) informierten dabei über den aktuellen Stand der Maßnahmen.

Anne-Marie Keding, Staatssekretärin im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt (MLU), hatte sich entschuldigen lassen und so eröffnete stellvertretend der MLU-Abteilungsleiter, Peter Wenzel, die Konferenz im Haus Altmark.

„Der Drömling ist für Sachsen-Anhalt ein bedeutendes Naturschutzgebiet“, so Wenzel. Deshalb wolle die Landesregierung das Gebiet nach Ablauf der derzeit laufenden zweiten Förderphase des Naturschutzgroßprojektes im Jahr 2012 zu einem Biosphärenreservat weiterentwickeln. Hierbei gehe es einerseits darum, die Ergebnisse der Arbeit der vergangenen zwei Jahrzehnte zu bewahren und fortzuentwickeln. Andererseits erhoffe sich das Land durch die Statusaufwertung des Naturparks internationale Anerkennung. Und nicht zuletzt wäre ein Biosphärenreservat „mit einer eigenen Verwaltung und finanziellen Mitteln ausgestattet“.

Die Voraussetzungen für den Ausbau des Naturparks seien mit der Umsetzung des Naturschutzgroßprojektes bereits weitgehend vorhanden. So verfüge der Naturpark schon jetzt über die für Biosphärenreservate geforderte Zonierung in Form einer unberührten, mehrere hundert Hektar großen Kernzone, einer Pflegezone mit naturnaher Landnutzung wie sanftem Tourismus und einer Entwicklungszone mit nachhaltiger Bewirtschaftung.

Wenzel dankte dem Zweckverband Naturschutz Drömling als Träger des Großprojektes für die geleistete Arbeit. Mit dem Verband habe man einen regional verwurzelten Partner, was viele Vorteile beinhalte. Trotzdem sei die Entwicklung des Naturparks „nie konfliktfrei“ gewesen. Im Dialog mit der Bevölkerung habe es stets gegolten, einen Ausgleich zwischen dem Naturschutz und den Interessen im Drömling lebenden Bevölkerung zu finden.

Dass genau das auch bei den angekündigten Plänen geschehen möge, dafür warb Miestes Ortsbürgermeister Kai-Michael Neubüser. Weil Mieste auch künftig als Lebensort attraktiv bleiben wolle, gehöre die Einbeziehung der lokalen Wirtschaft und der Interessen der Bevölkerung zur Entwicklung des Drömlings dazu, sagte Neubüser und nannte das vorhandene Kleingewerbe und die Landwirtschaft als Beispiele. „Binden Sie die Menschen, die hier wohnen in das Projekt ein“, appellierte der Ortsbürgermeister.

Die Fachreferenten zogen ein insgesamt positives Zwischenfazit der bisher geleisteten Arbeit im Naturpark. „Es ist erfreulich, was da entstanden ist“, urteilte Peter Wenzel anschließend. Größere Probleme gebe es derzeit nur bei behördlichen Verfahren und Genehmigungen. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die versprochene Deregulierung hier wirksamer umgesetzt werde.

Von Alexander Walter

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