Stuhl-Protest von Gastwirten auf dem Gardelegener Rathausplatz

„Wir wollen wieder Luft kriegen“

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Mit leeren Stühlen auf dem Gardelegener Rathausplatz wurde die momentane Lage in der Gastronomie symbolisiert. Gastwirte aus dem gesamten Gardelegener Stadtgebiet forderten einen Ausweg aus ihrer derzeitigen Zwangslage.

Gardelegen – Vielfach geht bei ihnen nichts mehr. Allenfalls Außer-Haus-Verkauf. Und auch das kann die finanziellen Nöte im Gaststättengewerbe kaum mildern. Deshalb gab es gestern deutschlandweit Proteste.

Neun Gastwirte demonstrierten mit ihrer Aktion gegen die immer noch andauernden Schließungen und die ausbleibende Unterstützung durch die Politik.

Und zwar in Form von leeren Stühlen, die auf vielen Plätzen symbolisch aufgestellt wurden. Der Gardelegener Rathausplatz war am späten Vormittag voll von diesen Sitzgelegenheiten, auf denen – mit Ausnahme der betroffenen Gastronomen – niemand saß. Neun Inhaber, die zehn Gaststätten repräsentieren, machten mit. Dies waren das Café am Rathaus, das Hotel Reutter-Haus, der Fischerhof Gahrns, die Pizzeria Napoli, das Restaurant Adria, „Mit Genuss“ sowie „Herr O Bar“ aus Gardelegen, dazu der Spelunkenwirt aus Wiepke, das Gasthaus Lüders aus Letzlingen und der Landgasthof in Berge. Sie alle bangen um ihre Zukunft, weil der Umsatz teils komplett eingebrochen ist, Familien- und andere Feiern storniert werden mussten und auch die für den heutigen Sonnabend geplante Kneipennacht erstmal gestrichen werden musste.

„Wir wollen wieder Luft kriegen und endlich eine Perspektive aufgezeigt bekommen“, beklagte Organisator Kevin Schönemann (Café am Rathaus, Hotel Reutter-Haus) die nicht vorhandene Unterstützung seitens der Politik. Eine der Forderungen auch in Gardelegen: Die generelle Reduzierung der Mehrwertsteuer von derzeit teilweise 19 auf einheitlich sieben Prozent sowie die schrittweise Wiedereröffnung gastronomischer Betriebe. Was in Bekleidungsgeschäften und Baumärkten mit der Einhaltung von Abstandsregelungen erlaubt sei, das könnten auch Gaststätten bewältigen, so lautet die einhellige Meinung der an dem Protest beteiligten Gastronomen.

VON STEFAN SCHMIDT

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