Fraktionen drängen auf Konzept zur Zukunft der städtischen Freibäder / Miester fordern Beteiligung

„Wir möchten Ergebnisse sehen“

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Badefreuden in Potzehne. Die Stadt Gardelegen hat sich bislang noch nicht auf eine längerfristige Perspektive für ihre Freibäder festgelegt.

awa Gardelegen. Noch ist die Freibadsaison nicht in greifbarer Nähe, doch die Tatsache, dass die Stadt bis heute kein Konzept zur Zukunft der kommunalen Bäder vorgelegt hat, macht viele Vertreter der umliegenden Ortschaften misstrauisch.

Angehörige mehrerer Fraktionen brachten im Gardelegener Sozialausschuss am Dienstagabend ihre Befürchtung zum Ausdruck, dass die Stadtverwaltung die Ortschaften bewusst im Unklaren über die Zukunft der Bäder lasse. Die Vertreter der Fraktionen bekräftigten deshalb im Riesebergsaal noch einmal ihre Forderung nach einem Bäderkonzept.

„Die Zeit drängt, es ist wichtig, dass wir endlich in die Planung gehen“, meinte etwa Erika Olbrich (SPD-Fraktion). Und Henry Seiler (CDU-Fraktion) ergänzte: „Wir möchten nun Ergebnisse sehen, wir möchten wissen, wie die Perspektiven sind.“

Andreas Finger, ebenfalls CDU-Fraktion, stellte infrage, dass das „größte und schönste Bad“ – gemeint war wohl das Zienauer Erlebnisbad – von vornherein gesetzt sei und die meisten Mittel beziehe. Finger kritisierte in diesem Zusammenhang, dass es im Gegensatz zu allen anderen Freibädern in Gardelegen etwa keinen Förderverein für das Freibad gebe. Mit einem solchen Verein ließen sich die Einnahmen des Bads sicher steigern, so Finger weiter. Die Art und Weise, in der die Mittel zuletzt verteilt worden seien, sei für ihn jedenfalls nicht „die richtige Variante“.

Gardelegens Hauptamtsleiter Klaus Richter antwortete vage: „Ich muss wissen, was ich will, welches Bad will ich schließen, welches aufhalten.“ Für die kommende Saison plane man aber grundsätzlich mit den drei Bädern der vergangenen Saison, so Richter. Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs schränkte ein: „Wir möchten gerne, aber die Frage ist, was können wir?“ Manuela Dietrich-Beckers, Mitarbeiterin der Kämmerei, gab später zu bedenken, dass das geforderte Bäderkonzept auch Gefahren für die Bäder der Ortschaften in sich bergen könne: Ein Bäderkonzept müsse stets eine Konstante enthalten, um die Einrichtungen vergleichbar machen zu können, so Dietrich-Beckers.

Sollte heißen: Legt man beispielsweise die Besucherzahl zu Grunde, könnte in einem Bäderkonzept die Unrentabilität einiger Bäder deutlich erkennbar werden. Klaus Richter bekräftigte dann auch noch einmal, er halte die Bäder nicht für vergleichbar.

Um die Erstellung des Bäderkonzeptes dennoch zu beschleunigen, erklärten sich Walter Thürer (SPD-Fraktion), Sozialausschussvorsitzender, Andreas Brendtner (CDU-Fraktion) und Andreas Finger spontan bereit, an der Erstellung des Bäderkonzepts mitzuarbeiten. „Wir brauchen eine Orientierung, welches Bad längerfristig existieren wird und wo saniert werden muss“, fasste Thürer die Meinungen seiner Vorredner zusammen.

Unzufrieden verließen am Dienstagabend einige Vertreter des Fördervereins des Miester Freibads den Riesebergsaal. Sie hatten auch auf eine Stellungnahme des Sozialausschusses zur Öffnung des Miester Freibades gehofft. Die Vertreter erklärten, sie befürchteten, dass ihr Freibad bei der aktuellen Diskussion nicht berücksichtigt werde. „Wir bieten deshalb unsere Mitarbeit an dem Freibad-Konzept an“, sagte eine Sprecherin des Vereins nach der Sitzung. Ziel sei es, auch das Miester Bad in der kommenden Saison zu öffnen.

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