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Wilde Fotografin, grüner Daumen

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Amanda Hasenfusz, die aus Kloster Neuendorf stammende Pressesprecherin der Landesgartenschau in Aschersleben, liebt das Blumenmeer.

Kloster Neuendorf - Von Christian Wohlt. Im Jetzt leben. Jeden Tag genießen. Jeden Tag versuchen glücklich, freundlich, unkompliziert zu sein. Das Lebensmotto von Amanda Hasenfusz klingt wie eine schöne Illusion. Wer der Pressesprecherin der Landesgartenschau Aschersleben begegnet, merkt schnell, dass sie es ernst meint damit. Ebenso schnell verrät die junge Frau, wo ihre Wurzeln sind. „Ich bin Altmärkerin“, berichtet sie nicht ohne Stolz.

Ihr gegenwärtiger Job scheint sehr gut zur Lebensmaxime zu passen. Im täglichen Kontakt mit in- und ausländischen Medienvertretern und anderen Gästen muss sie tatsächlich versuchen, jeden Tag freundlich und unkompliziert zu sein. Die Aufgabe: Das Ereignis bestmöglich zu „verkaufen“. Und das ein halbes Jahr lang, von montags bis sonntags mit nur wenigen freien Tagen zwischendurch. Ob das wirklich glücklich macht?

Amanda Hasenfusz scheint es zumindest zu gefallen. Im Ascherslebener Blumenmeer blüht sie förmlich auf. Kaum zu glauben, dass sie einst in einer trüben Beamtenstube im Stendaler Finanzamt ihr Dasein fristete. „Das war mir zu langweilig. Deshalb habe ich etwas Neues gesucht“, sagt die Beamtin a.D. locker. Dass der Tausch von der beruflichen Sicherheit gegen Entfaltungsfreiheit richtig war, davon ist sie mehr denn je überzeugt. Den Einstieg in ein neues Leben fand sie mit dem Studium von Kunst- und Geschichtswissenschaft. Doch auch das Studierstübchen war letztlich nicht ihr Ding. „Da ich schon immer wilde Fotografin war und einen grünen Daumen habe, bewarb ich mich bei der Gartenschau“, berichtet die Altmärkerin. Seit rund einem Jahr ist sie nun dabei. Denn schon vor der Eröffnung am 24. April gab es für das „Sprachrohr“ der Schau vieles zu tun.

Den Daumen hat sie wohl geerbt. In Gardelegen geboren, wuchs das Mädchen auf dem Hof der Eltern, Rolf und Rosemarie, am Rande von Kloster Neuendorf mitten im Grünen auf. Auch heute lässt sie nichts auf ihre Heimat kommen. „Die Altmark ist schön und lebenswert“, sagt Amanda Hasenfusz aus tiefster Überzeugung. Warum ging sie dann weg? Der Arbeit wegen. Beruflich biete die Region zu wenig Perspektiven. Privat kehrt sie jedoch stets immer wieder gern zurück. Zuletzt, als Bruder Nico und seine Franziska im Mai den Bund fürs Leben schlossen.

Und selbst? Wie sind ihre Zukunftspläne? Nach dem Rund-um-die-Uhr-Job bei der Gartenschau (er endet am 10. Oktober) ist erstmal Urlaub angesagt. Etwas Ruhe, mit dem Freund natürlich. Danach? „Mal sehen.“ Amanda ist um die Zukunft nicht Bange. Schließlich heißt sie nur so, ist aber vom Charakter her alles andere als ein Hasenfuß.

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