Weiterhin Suche nach Personal / Wegfall weiterer Fachbereiche?

Wieder Rückschlag für Kinderklinik in Gardelegen

Eingang Kinderklinik Gardelegen
+
Es ist unklar, wie es mit der Kinderstation am Altmark-Klinikum in Gardelegen weitergeht.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
    schließen

Für den Erhalt der Kinderklinik in Gardelegen gibt es wieder einen Rückschlag. Es findet sich kein Personal, obwohl dafür eine verstärkte Akquise stattfand. Damit ist weiter unklar, wie es mit der Kinderklinik weitergeht.

Gardelegen – In den vergangenen Wochen sei wieder einiges passiert, aber nichts Positives, begann die Vorsitzende des Sozialausschusses, Sandra Hietel, am Dienstagabend im Letzlinger Kulturhaus den aktuellen Sachstand zur Kinderklinik in Gardelegen.

Bei einem Termin im Juli wurde noch ein Übergangskonzept beschlossen, womit die pädiatrische Versorgung in Gardelegen weiterhin gesichert wäre. Sandra Hietel erläuterte, dass die Kinderklinik ins Haupthaus ziehen sollte und somit Kinder weiterhin im Altmark-Klinikum betreut werden können. Es wurde weiterhin vereinbart, dass damit die stationäre Versorgung 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche gegeben sei, so Sandra Hietel. Es gab zudem eine Kooperation mit dem städtischen Krankenhaus in Magdeburg und dem dortigen Universitätsklinikum, um die Versorgung mit Ärzten zu sichern, die teilweise in Gardelegen arbeiten sollten – aber es hatte kein Arzt Interesse. Wenn der Neubau am Krankenhaus fertig ist, sollte dort die pädiatrische Station einziehen, informierte Sandra Hietel weiter.

Im August fand ein Kreisausschuss statt, beidem eine „andere Kommunikation“ stattfand, fuhr sie fort. Deswegen wurden die Verantwortlichen auch zur Sitzung des Sozialausschusses am Dienstagabend eingeladen, den Termin nahm aber niemand wahr. Es wurde deshalb erneut für die Sitzung des Sozialausschusses am 12. Oktober eingeladen.

Ohne Personal wird Erhalt schwierig

Wie Bürgermeisterin Mandy Schumacher informierte, gab es in der vergangenen Woche ein weiteres Gespräch. Die Schwierigkeit sei laut ihr das „ärztliche Personal“ und wenn es das nicht gebe, sei der Erhalt der Kinderklinik in Gardelegen kritisch. Fest eingeplantes Personal werde voraussichtlich nicht bleiben, sodass eine „24/7 Betreuung nicht gesichert ist“. Es wurden nochmals Ärzte angeschrieben, die interessiert waren. Auch sei es wichtig, die Assistenzärzte, die sich derzeit im Beschäftigungsverbot befinden, in Gardelegen zu halten. Auch an das entsprechende Ministerium wurde geschrieben. Mandy Schumacher befürchtet, dass wenn die Kinderklinik und damit die pädiatrische Versorgung nicht erhalten bleibt, dann auch der Erhalt der Geburtsklinik und der Gynäkologie kritisch werden könnten.

Wie die Bürgermeisterin auf Nachfrage von Georg Krutzfeld erläuterte, gab es „umfangreiche Bemühungen“ für den Erhalt der Kinderklinik. Seit Juni 2020 gab es eine massive Ausweitung der Akquise. Es wurden deutschlandweit unter anderem Anzeigen in verschiedenen Medien und Plattformen veröffentlicht sowie Werbekampagnen gestartet. Es wurde das Aktionsbündnis Kindergesundheit gegründet. Mit mehreren Personalagenturen wurde für die Suche nach Personal zusammengearbeitet. Bisher aber alles erfolglos.

Es sei, vermutete Mandy Schumacher, wenig interessant für Ärzte, in der Pädiatrie in Gardelegen zu arbeiten, wo es wenig Patienten mit den gleichen Krankheiten gibt. Das sei vermutlich „keine berufliche Herausforderung“.

Ende des Monats findet eine Aufsichtsratssitzung statt, bei der auch wieder die Kinderklinik thematisiert wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare