AfD-Landesparteitag in Gardelegen sorgt für Gegen-Demo mit 120 Teilnehmern

„Wie wär´s mit einem Buh?“

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Kurzzeitige Brisanz: Insgesamt zweimal versuchten einige der Demonstranten, auf die andere Straßenseite vor dem Veranstaltungsort des AfD-Landesparteitages zu gelangen. Die Polizei verhinderte dies.

Gardelegen. Der Landes-Parteitag der AfD am Holocaust-Gedenktag im Gardelegener Volkshaus hat am Sonnabendvormittag etwa 120 Demonstranten in die Stadt gelockt. 

Die größtenteils auswärtigen Protestler begannen um 9.09 Uhr mit lauter Musik, Trillerpfeifen und Trommeln auf Blechfässern, gegen den Parteitag der rechtskonservativen AfD zu demonstrieren. 

Trotz der Proteste ließen sich manche Einheimische nicht von ihren Einkäufen abbringen und nahmen das Drumherum gelassen wahr.

Als Landesvorsitzender André Poggenburg um 9.22 Uhr durch den Haupteingang in den Veranstaltungssaal ging, winkte er den Demonstranten demonstrativ zu – wie auch manch anderer der Delegierten, die überwiegend aus dem südlichen Teil Sachsen-Anhalts vorfuhren. Die AfD hätte auch über einen zweiten Eingang das Volkshaus betreten können, wollte aber ausdrücklich von der Straße aus hinein und somit Sichtkontakt zu den Gegendemonstranten haben. Währenddessen rief eine Rednerin Personen und deren politische Werdegänge ins Mikrofon und forderte die Umstehenden auf: „Wie wär´s mit einem Buh?“ 

Die Proteste waren zwar laut, aber weitgehend friedlich. Ausnahme: Um 9.29 Uhr versuchte eine Handvoll Linksautonomer, direkt vor das Volkshaus zu gelangen und rollte leere Blechfässer auf die Fahrbahn – die Ordnungshüter schritten sofort ein. Neun Minuten später wurde Schutzhelm-Pflicht angeordnet und um 10.30 Uhr, eine halbe Stunde nach Beginn des AfD-Parteitags, endete der Protest vor Ort. Eine Polizistin wurde verletzt, blieb aber dienstfähig. Ein 30-jähriger Tatverdächtiger aus Niedersachsen wurde in Gewahrsam genommen.

Von Stefan Schmidt

Demo gegen Landesparteitag der AfD im Gardelegener Volkshaus

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