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GÜZ-Leiter kritisiert Militärgegner und die Linkspartei

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Von: Stefan Schmidt

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GÜZ-Leiter Oberst Gunter Schneider.
GÜZ-Leiter Oberst Gunter Schneider. © Weisbach

Letzlingen. „Wegen einer solchen Kleinstklientel werden wir unsere Strategie nicht ändern. “ Das sagt Oberst Gunter Schneider, der Leiter des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) des Heeres, das am Wochenende den „Tag der offenen Tür“ bei Letzlingen hatte.

Im Vorjahr noch habe man „wegen Sicherheitsbedenken“ diese Veranstaltung abgesagt, weil kurz vorher die Bundeswehrgegner des „Antimilitaristischen Camps“ gegen das GÜZ protestiert hatten. Doch diesmal machte das GÜZ auf. Auch wenn das Camp gut einen Monat vorher war, auch wenn es dort Gesetzesverstöße gab, wie Schneider erinnert.

Dabei habe er „mehrfach“ angeboten, mit den Camp-Teilnehmern ins Gespräch zu kommen. Jeweils ohne Erfolg. „Ich komme mir allmählich vor wie ein Händler von Sauerbier“, so der Offizier. Denn eine Gesprächsbereitschaft von Seiten der Militärgegner gebe es offenbar nicht. Was Schneider nicht verstehen kann. „Man muss ja nicht unserer Meinung sein und gleich behaupten, das GÜZ wäre super“, so der Oberst. Aber „was für ein Demokratieverständnis ist das eigentlich, wenn man nicht mal miteinander spricht?“ Einer der Camp-Sprecher hatte Ende Juli solche Gespräche abgelehnt („Was sollen wir mit denen reden?“). Mit der Begründung, die Bundeswehr würde solche Treffen ohnehin medial ausschlachten.

Auch mit der Bürgerinitiative „Offene Heide“, die am Sonntag ihren Friedensweg in Colbitz abhielt, geht der GÜZ-Leiter ins Gericht. „Ich vermisse eine klare Positionierung.“ Nämlich gegen Gewaltanwendung. In persönlichen Gesprächen habe er nur gehört, man sei zwar friedlich, aber gleichzeitig nicht gegen Schmier-Aktionen gegen die Bundeswehr, wie beim „Aktionstag“ während des Camps geschehen. Kritik gibt es vom GÜZ-Leiter auch an der Linkspartei. Die hatte bei der offiziellen Demonstration am „Aktionstag“ in Letzlingen sogar einen Partei-Pavillon aufgestellt – nur wenige Meter entfernt vom Spruchband „Soldaten sind Mörder und Vergewaltiger“. Schneider nennt das Verhalten dieser Partei in Zusammenhang mit der Bundeswehr „unredlich“.

Von Stefan Schmidt

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