Gardelegener Vokalensemble „Musica Mundana“ sucht neue Stimmen: Vorsingen in der Otto-Reutter-Grundschule

Wichtiger Tipp: „Lasst bitte den Kiefer hängen“

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Das Gardelegens Vokalensemble „Musica Mundana“ benötigt neue Stimmen. Dazu gab es am Sonnabendvormittag ein Casting.

wöl Gardelegen. Das Gardeleger Vocalenseble „Musica Mundana“ hatte für Sonnabendvormittag zu einem Casting eingeladen.

Der Grund für diese etwas ungewöhnliche Aktion: Einige Chormitglieder werden aus privaten und beruflichen Gründen in der nächsten Zeit nicht mehr in der Gruppe mitsingen können. Sowohl über die Presse als auch über ihre äußerst ansprechende Internetseite (www. musicamundana. info) verbreiteten die Sängerinnen und Sänger ihre Einladung. Das ein oder andere Stimmtalent wurde auch persönlich angesprochen und zum Vorsingen in die Otto-Reutter-Grundschule an der Nicolaistraße in Gardeklegen gebeten.

Bereits zehn Minuten vor Beginn des Castings warteten zwei junge Frauen vor den noch verschlossenen Türen der Schule. Etwas Aufregung war ihnen anzumerken: Wenn ein so angesehener Chor neue Mitglieder sucht, wird die Auswahl der „Zukünftigen“ bestimmt spannend…

Ein paar Minuten später standen Sarah Feldmann (15) und Michelle Jordan (15) gemeinsam mit dem musikalischen Leiter von „Musica Mundana“, Marcel Philipp, und der Organisatorin Anne Wandrey im Musikraum der Grundschule und wurden herzlich begrüßt. Inzwischen hatte sich noch ein junger Mann dazugesellt: Henrik Feige (34) hatte durch eine Kollegin von dem Vorsingen erfahren, sich einen Konzertmitschnitt angehört, für gut befunden und bewarb sich nun ebenfalls als neues Mitglied des Vokalensembles.

Um den Bewerbern etwas die erste Aufregung zu nehmen, nahm Anne Wandrey gemeinsam mit dem Trio im Halbkreis Aufstellung um den schwarzen Flügel, an dem Marcel Philipp die Grundtöne zur Aufwärmübung anschlug. Noch etwas zaghaft wurden da die Arme und Beine ausgeschüttelt und der Mund mit einem lauten Ausatmen durch die locker zusammengelegten Lippen „warm gemacht“. Anne Wandrey versicherte den kichernden Mädchen schnell: „Das findet man nach zehn Jahren auch überhaupt nicht mehr albern.“

Anschließend hallten gemeinsam in diversen Silben gesungene Dreiklänge durch den Klassenraum, schon mal mit Hinweisen wie „lasst bitte den Kiefer locker“. Nach all den „strengen“ Aufwärmübungen erhielt jetzt jeder ein Notenblatt mit dem Kanon „Jeder kann mitsingen, es wird gelingen“ und bereits nach wenigen Minuten des Probens war dem Trio die Freude am Singen anzuhören – das Eis war gebrochen!

Der zweite Teil des Castings bestand aus dem Einzelvorsingen. Nachdem sich Marcel Philipp nach Namen und Alter der Kandidaten erkundigt hatte, ließ er sich erzählen, ob und welche musikalische Vorausbildung vorhanden sei. Danach gab Marcel Philipp dann Töne auf dem Flügel vor und überprüfte anhand von gesungenen Dreiklängen den Tonumfang und die Tonsauberkeit der Bewerber.

Nach einer kurzen Pause fanden sich einige Mitglieder des Vokalensembles im Probenraum ein, stellten sich vor und sangen gemeinsam mit den Interessenten ein paar Lieder, um ihnen die Atmosphäre, die in der Truppe herrscht, näher zu bringen.

Gegen 12 Uhr war das Casting beendet und die Hoffnung besteht, dass das ein oder andere Gesicht vom Sonnabend bald in einem neuen Chorfoto wieder zu entdecken ist…

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