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WhatsApp-Gruppe oder Schwarzes Brett: Was wird in den Ortschaften genutzt?

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Von: Ina Tschakyrow

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Schwarzes Brett mit Infos im Dorf
In Kloster Neuendorf steht das Schwarze Brett in der Dorfmitte. Dort werden teilweise andere Infos angepinnt, als in der WhatsApp-Gruppe. Daher ist beides für Informationen in den Ortschaften wichtig. © Ina Tschakyrow

Werden in den Ortschaften der Einheitsgemeinde noch Schwarze Bretter genutzt, um Einwohner zu informieren oder nur WhatsApp-Gruppen? Die AZ sprach mit Ortsbürgermeistern über die Vor- und Nachteile.

Kloster Neuendorf / Wollenhagen – Hund oder Katze werden vermisst, eine Ortschaftsratssitzung steht an, eine Bank wurde beschädigt – Solche Informationen werden in den Ortschaften über Schwarze Bretter und über WhatsApp-Gruppen geteilt.

In vielen Ortschaften stehen Schwarze Bretter, an denen seit Jahren die Einwohner über Veranstaltungen und Aktuelles aus der Ortschaft informiert werden. Es gab bereits Diskussionen, ob die Schwarzen Bretter abgebaut werden können und die Bekanntmachungskästen, in denen die Stadt über Ortschaftsratssitzungen und die Termine für die Fachausschüsse und Stadtratssitzungen informiert, ausreichend sind. Argumentiert wurde unter anderem, dass es für die Ortschaften immer häufiger WhatsApp-Gruppen gibt, über die informiert wird.

Was wird in den Ortschaften mehr genutzt? Welche Informationen werden wo verbreitet? Werden Schwarze Bretter noch benötigt? Und wird jeder über WhatsApp erreicht?

Die Altmark-Zeitung hat bei Andreas Höppner, Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf, und Siegfried Jordan, Ortsbürgermeister von Lindstedt mit den Ortsteilen Lindstedterhorst und Wollenhagen, nachgefragt. In Kloster Neuendorf und in Lindstedt sowie den Ortsteilen gibt es Schwarze Bretter und WhatsApp-Gruppen. „Beides wird heutzutage gebraucht“, findet Andreas Höppner. Er hat im April 2015 eine WhatsApp-Gruppe für Kloster Neuendorf erstellt. In der Gruppe „Infos Kloster Neuendorf“ gibt es 103 Mitglieder. Damit wird ein Großteil der Klosteraner, sagt der Ortsbürgermeister, erreicht und „das funktioniert gut“. Auch Dazugezogene nutzen die Gruppe, um sich im neuen Ort zurechtzufinden.

Fast alle Familien werden informiert

Für Wollenhagen wurde vor etwa drei Jahren die „Wolle“-Gruppe erstellt. Etwa 20 Familien werden so informiert. „Damit sind fast alle erreichbar“, sagt Siegfried Jordan. Diejenigen, die nicht in der Gruppe sind, werden von Nachbarn informiert. Auch einige ältere Wollenhagener sind in der Gruppe, weiß der Ortsbürgermeister. Auch für Lindstedt und Lindstedterhorst werden Informationen über WhatsApp-Gruppen geteilt. Zum Beispiel über die Ortsteile, wenn eine Katze vermisst wird oder jemand Geburtstag hat. In „Infos Kloster Neuendorf“ wird über Ankündigungen, Termine, „alles, was in Kloster Neuendorf passiert“, berichtet, so Andreas Höppner und nennt als Beispiel die Arbeiten auf dem Friedhof. Über die WhatsApp-Gruppe „können Leute schnell informiert werden“. Das sieht auch Siegfried Jordan so: „Das geht meistens schneller“, aber die Privatsphäre zu wahren, ist beispielsweise bei Gratulationen schwierig. „Aber das entscheidet jeder selbst“, sagt der Wollenhagener. Das Schwarze Brett, erzählt Siegfried Jordan weiter, „wird nicht mehr so viel genutzt“. Nur noch von der Kirche oder der Agrargenossenschaft und für die öffentlichen Bekanntmachungen der Bekanntmachungskasten von der Gemeinde, ergänzt er. Dennoch werde das Schwarze Brett die nächsten Jahre noch benötigt, aber zukünftig für Informationen eher „moderne Technik“ genutzt, sagt Siegfried Jordan.

Unterschiedliche Informationen

Über das Schwarze Brett, welches in Kloster Neuendorf im vorangegangenen Jahr in der Dorfmitte bei der Bushaltestelle aufgestellt wurde, werden hingegen diejenigen erreicht, die kein Smartphone oder WhatsApp haben. In Kloster Neuendorf stehen dort auch aktuelle Infos, zum Beispiel vom Ortschaftrat, ebenso „Suche“- oder „Verkaufe“-Anfragen. An das Schwarze Brett kann jeder etwas anbringen, findet Andreas Höppner gut. Dort sind beispielsweise auch Daten, um die Ortschaftsratsmitglieder zu erreichen oder den Förderverein, angepinnt. Die WhatsApp-Gruppe ist vielfältiger, es werden auch Bilder geteilt oder wann die nächste Entsorgungstour für Müll stattfindet, fallen Andreas Höppner weitere Beispiele ein.

Diejenigen, die in der Gruppe sind, „finden das gut“, sagt der Ortsbürgermeister und ergänzt, dass in der Gruppe nicht diskutiert wird, sondern nur Informationen geteilt werden.

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