Vortrag über neues Wirbelsäulenzentrum im Gardelegener Altmark-Klinikum

„Werden uns den Wünschen der Patienten anpassen“

Zahlreiche Besucher kamen am vergangenen Donnerstag in den Versammlungsraum des Altmark-Klinikums, um den Leiter des neuen Wirbelsäulenzentrums, Dr. Michail Tschigrjai, zu hören. Fotos (2): Wölkert

Gardelegen. Gegen den Schmerz im Rücken ist zwar kein Kraut gewachsen, doch manchmal hilft auch ein guter Rat. Und so war das Interesse am jüngsten Medizinischen Abend im Gardelegener Altmark-Klinikum besonders groß.

Mehr als 80 Besucher aus Gardelegen und der Umgebung kamen vor wenigen Tagen in das Klinikum, um sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe, diesmal über das Thema „Wirbelsäulenzentrum Neurochirurgie – Diagnostik und Therapie“ zu informieren.

Dr. Michael Schoof, Ärztlicher Direktor der Einrichtung, begrüßte die Besucher und betonte in seiner kurzen Ansprache, dass das Altmark-Klinikum zukunftsfähig bleiben müsse. Er freue sich, dass es mit Dr. Michail Tschigrjai gelungen sei, einen erfahrenen Neurochirurgen für die Aufgabe zu gewinnen, ein Wirbelsäulenzentrum in Gardelegen aufzubauen. „Ich darf Ihnen einen interessanten Abend versprechen“, mit diesen Worten übergab Schoof an Michail Tschigrjai.

Der Neurochirurg berichtete anschließend von seinem beruflichen Werdegang und verriet, warum er in Gardelegen ein Wirbelsäulenzentrum aufbauen möchte. Er wolle den Patienten eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen, so Tschigrjai. Außerdem seien hier die strukturellen Voraussetzungen für eine gründliche Vor- und Nachbehandlung und operative Eingriffe gegeben: die Radiologie mit apparativer Ausstattung wie Computertomograph (CT), Magnetresonanztomograph (MRT) und Röntgengerät, eine physiotherapeutische Abteilung und eine orthopädische Abteilung. Die Fachrichtungen würden sich durch eine intensive Zusammenarbeit überkreuzen, so dass optimale Behandlungsergebnisse erreicht werden können. Dr. Michail Tschigrjai, der 2003 seine Doktorarbeit an der Universität Halle verteidigte, erklärte, er wolle mit seiner Arbeit das Leistungsspektrum der Klinik erweitern und neben der konservativen neurochirurgischen Behandlung von Unfallpatienten und Wirbelsäulenerkrankungen auch die mikrochirurgische Behandlung von chronischen Wirbelsäulenerkrankungen übernehmen.

„Unter Nutzung minimalinvasiver Techniken, unter Einsatz eines Mikroskops, lassen sich schonend Eingriffe an der Wirbelsäule durchführen“, berichtete er. „Früher dauerten Operationen schon mal sieben, zwölf oder sogar 24 Stunden, heute kaum mehr drei Stunden“. Außerdem stelle sich bereits nach Stunden eine spürbare Verbesserung der Schmerzsituation des Patienten ein und durch neu entwickelte Prothesen, wie etwa künstliche Bandscheiben, könne die Funktion der Wirbelsäule wieder hergestellt werden. Durch das Zusammenwirken aller vorhandenen Abteilungen des Krankenhauses könne die Versorgung des Patienten so optimiert werden. Das führe zu einer effektiveren Behandlung, zu einer Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes und zu weniger neurologisch bedingten Ausfällen. „Wir werden uns in Zukunft noch mehr den Wünschen und dem Krankheitsbild der Patienten anpassen, um Operationen so schonend wie möglich zu gestalten“, sagte Tschigrjai. Anhand von MRT-Aufnahmen erklärte er den Gästen schließlich noch, wie Bandscheibenvorfälle entstehen und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Im Anschluss nutzten viele Besucher die Gelegenheit, um dem Fachmann ihre Fragen zum Thema stellen.

Von Andrea Wölkert

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