13. Diabetestag des Altmark-Klinikums Gardelegen / Folgeerkrankungen thematisch im Fokus

Wenn Diabetes an die Nieren geht

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Angela Zarwel (rechts) führte bei Hilde Lembke eine Blutzuckermessung durch. Die Miesterin ist seit 20 Jahren zuckerkrank und kommt regelmäßig zum Diabetestag.

Gardelegen. Wie Diabetes in Zusammenhang mit Nierenerkrankungen steht, was genau bei der Dialyse passiert und weitere interessante Fakten erfuhren die Besucher des „Diabetestages“ am Sonnabendvormittag im Gardelegener LIW-Saal.

Zum 13. Mal richtete das Altmark-Klinikum Gardelegen den Diabetestag aus, zu dem auch in diesem Jahr wieder viele Patienten, Angehörige und Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, kamen.

Der LIW-Saal war beim Diabetestag des Altmark-Klinikums Gardelegen sehr gut gefüllt.

So klärte der Nephrologe Dr. Alexander Krainz vom Nierenzentrum Stendal über Folgeschäden der Zuckererkrankung auf, was den Bluthochdruck und die Nierenfunktion angeht. Beim Blutdruck seien „Selbstmessungen das A und O“, so Krainz. Wichtig sei vor allem nicht nur eine Messung vor dem Frühstück – „die sagt nicht viel aus“ – , sondern in verschiedenen Situationen und an mehreren Tageszeiten. Durch die Verringerung der Risikofaktoren wie zum Beispiel Übergewicht, Nikotin- oder Alkoholgenuss und der Behandlung von bereits vorhandenem Bluthochdruck ließe sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung der Niere sowie Infarkte und Schlaganfälle bei Diabetespatienten verringern. Ist die Niere aber bereits krank, sind viele Diabetespatienten auf die Dialyse angewiesen. Den Ablauf einer solchen erklärte Dialyse-schwester Susann Neumann vom Stendaler Nierenzentrum.

Ein weiterer Schwerpunkt des 13. Diabetestages war die Demenz.

Dr. Frank Bölsche, Neurologe am Fachärztlichen Zentrum Gardelegen, erklärte dem Publikum im LIW-Saal, dass Diabetespatienten ein höheres Risiko haben, früher an einer Demenz zu erkranken, als Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel. Dabei spielt die Dauer der Diabeteserkrankung eine Rolle: Je länger ein Patient zuckerkrank ist, desto wahrscheinlicher wird eine Demenz. Bölsche ging aber auch auf den umgekehrten Fall ein, denn Demenzpatienten können auch an Diabetes erkranken. Dafür, dass die Demenz effektiv behandelt werden kann und eine Therapie erfolgreich verläuft, müssten vor allem auch die Angehörigen der Patienten mithelfen.

Laut einer aktuellen Studie gibt es in Deutschland pro Jahr über 250 000 Neuerkrankungen an Diabetes mellitus. Die beste Voraussetzung, um Körper und Geist fit zu halten, ist eine gesunde Lebensweise. Deshalb wurde zwischen den Vorträgen eine sportliche Pause mit der medizinischen Fachangestellten Sabine Klein eingelegt, die mit einer Polonaise begann und im Paartanz endete.

Wer keine Lust auf die Leibesübungen hatte, besuchte die vielen Stände unterschiedlicher Unternehmen im LIW-Saal. So konnte man unter anderem eine Fußdruckmessung durchführen oder den Blutzuckerspiegel messen lassen. Welche Stolperfallen es bei Letzterem geben kann, darüber informierte Kathrin Karow, Diabetesberaterin am Altmark-Klinikum Gardelegen, die mit ihrem Vortrag den Diabetestag abschloss.

Von Hanna Koerdt

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