Revierübergreifende Baujagd in der Hegegemeinschaft Lindstedt

Wenig Füchse, dafür ein dicker Keiler

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Selten erklingt bei Baujagden das Signal „Sau tot“.

Kassieck – Es herrschte nicht ideales Baujagdwetter. Die Nacht war klar, trocken kaum Wind. Tagsüber sonnig, Temperatur auf sieben Grad ansteigend. Dann ziehen es die Füchse vor, sich auch den Tag über nicht in ihren Bauten aufzuhalten.

Keiler-Schütze Gordon Neumann (rechts) bekam den Erlegerbruch von Kevin Weiland.

Trotzdem trafen sich kürzlich in Kassieck 34 Jäger, Jagdhelfer und Hundeführer mit 18 Teckel und Terrier zur gemeinschaftlichen Baujagd. Teckelführer aus den Teckelgruppen Gardelegen, Oschersleben und Perleberg im Deutschen Teckelklub 1888 e.V. sowie einige Terrierführer aus der Umgebung waren angereist. Der Obmann für Hundewesen in der Hegegemeinschaft, Kevin Weiland, fungierte als Jagdleiter, führte die Gruppeneinteilung und Sicherheitsbelehrung durch. Die Jagdhornbläser bliesen brauchtumsgerecht die Signale „Begrüßung“ und „Aufbruch zur Jagd“ und schon ging die Fahrt in die einzelnen Reviere. Dort bestätigte sich die Vorahnung. In nur sehr wenigen Bauen steckte das Raubwild. Jagdglück mit seinen Hunden hatte Ronald Janausch aus Lindstedt der zwei Füchse zur Strecke bringen konnte.

Jagdkönig Ronald Janausch (links) erhielt ein Präsent.

Die Gruppe um Oliver Peipe aus Rathenow konnte mangels Füchsen nicht mit dem Steinadler einen Jagdflug auf diese durchführen. Es gelang aber, in einem Erdbau zwei Marderhunde zu erlegen, die die Hunde gestellt hatten. Auch die Gruppe um Peter Fizia (Jerichow) und Alexander Heidmann (Estedt) konnten mit ihren Teckeln einen Waschbären aus Strohmieten treiben und erlegen. Bei der Suche nach Fuchsbauen in einem Waldstück wurde ein starkes Stück Schwarzwild aufgescheucht. Der Jäger Gordon Neumann aus Belkau hatte großes Jagdglück und erlegte den circa dreijährigen und ungefähr 80 Kilogramm schweren Keiler. Pech hatte die Gruppe um Joachim Brenz (Gardelegen), der einen Teckel aus der Gruppe Perleberg bei der Arbeit unter der Erde am Raubwild prüfen sollte. In keinem Bau steckte Raubwild und an einem sehr großen Dachsbau, an dem schon am Vormittag erfolglos Teckel gearbeitet hatten, wurde der zu prüfende Hund angesetzt. Er führte 45 Minuten unter der Erde die Verfolgung am Raubwild durch. Leider kam dieses nicht aus dem Bau und der Hund konnte es auch nicht im Bau stellen, sodass man nur durch Graben an das Raubwild herankam. Am Nachmittag konnten dann die Jagdhornbläser die bunte Strecke verblasen. Der Jagdleiter überreichte dem Jagdkönig Ronald Janausch ein Präsent. Natürlich stand der Erleger des starken Keilers auch im Mittelpunkt und das Jagdsignal „Sau tot“ war für eine Baujagd sehr gewöhnungsbedürftig.

Bei dem anschließenden Schüsseltreiben wurden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht und der neue Termin für Januar 2021 schon jetzt vereinbart.  jbr

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