„Nobody Knows“ sorgte beim Stehkonzert für einen vibrierenden ehemaligen Rinderstall in Zichtau

Weit mehr als „Danke, sehr nett“

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Sängerin Tabi Harzer interpretierte den Johnny-Cash-Klassiker „Ring of fire“ in einer Schlagerversion – Max Heckel freut´s.

Zichtau. Nach und nach, als die ersten Lieder gespielt werden, gehen die Zuhörer zum Garderobenständer. Und legen ihre Jacken ab. Denn im ehemaligen Rinderstall auf Gut Zichtau brennt die Luft.

Als die Band „Nobody Knows“ am Freitagabend mit einem irische Kneipenlied ihr Konzert beginnt, tanzen bereits die ersten Zuhörer vorne an der Bühne. Und der Rest wippt und schnippt mit. Die Formation aus Stendal um Frontmann Max Heckel sorgt vom ersten Takt an im ausverkauften Rinderstall vor mehr als 200 Fans bei diesem Stehkonzert für Gänsehaut-Atmosphäre.

Das Repertoire der Musiker ist vielfältig. Der Folk-Abend besteht aus schmetternden Rhythmen, bei denen der gesamte Saal vibriert. Aber auch aus nachdenklichen und politischen Texten. Dazu die spaßig-ironischen Kommentare von Max Heckel, der sich, seine Musiker und auch das Publikum gerne auf den Arm nimmt. „Danke, sehr nett“, so reagiert er stets auf den donnernden Applaus des Publikums. Und der kommt nach jedem Lied.

Bei „Nobody Knows“ weiß niemand – nobody knows eben – was ihn als nächstes erwartet. Dschinghis Khans „Moskau“ wird ebenso interpretiert wie „Cotton Eye Joe“ und die russische Volksweise „Katjuscha“. Dazu Eigenkompositionen wie „Ü 45 Arsch“ und andere, mit Wortwitz und beißender Ironie geschriebene Songs. Bei jedem Lied, bei jedem Takt merkt man „Nobody Knows“ an: Es macht ihnen einfach Spaß, das Publikum zu unterhalten und sich selbst voll zu verausgaben. Und gute Musiker sind die Bandmitglieder ohnehin. Wie bei Johnny Cashs Country-Klassiker „Ring of fire“, den Sängerin Tabi Harzer erst in einer fast schon unschuldigen Schlagerversion beginnt, ehe der Welthit in einer Art Folk-Jamsession endet. Dazu die ungezwungene Atmosphäre im ehemaligen Rinderstall und die launigen Sprüche von Max Heckel, der vor der Pause ankündigt, dass man in der Ecke Fan-Utensilien kaufen kann: CDs, T-Shirts „und Buttons – für die Älteren im Saal: Broschen.“

Fazit: Der Folk-Abend in Zichtau war eine schweißtreibende Angelegenheit, für Musiker und Zuhörer gleichermaßen. Da war es tatsächlich ratsam, dass viele der Besucher sich alsbald ihrer Jacken entledigt hatten.

Von Stefan Schmidt

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