Der Neu-Jävenitzer Mathias Mohrmann und seine Odyssee um die richtige Straßenbezeichnung

„Weiß nicht, wo das noch hinführt“

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Mathias Mohrmann wohnt an der Schulstraße in Jävenitz. Bis 2004 hieß dieser Abschnitt noch Klosterstraße.

Jävenitz. Die Adresse lautet Schulstraße 4, Gardelegen, Ortsteil Jävenitz. Doch für diese Straße, an der Mathias Mohrmann mit seiner Familie seit Anfang Mai wohnt, gibt es „teilweise bis zu fünf Adressen“, so der Jävenitzer.

Und das führt zu Problemen mit unterschiedlichen Dienstleistern.

Aufgefallen ist dem Familienvater das Problem, als er nach dem Umzug in den Ortsteil die Adresse in bestehenden Verträgen ändern wollte. Beim Internetanbieter „hieß es, die Adresse gibt es nicht“, erinnert sich Mathias Mohrmann. Auch die Anbieter für Strom, Wasser, Gas oder Müllentsorgung finden die Anschrift zunächst nicht, einige Dienstleister schlagen teilweise „andere Adressen vor“ oder geben ein paar hundert Meter weiter in Richtung der Jävenitzer Grundschule den Standort der Anschrift an.

Doch nach und nach habe sich mit den Anbietern für Strom, Wasser, Gas und Müllentsorgung alles geklärt, nur noch nicht beim Vertrag für den Internetanschluss, aber auch „da sieht es gut aus“. Und zwar, weil sich Mathias Mohrmann seine Adresse bestätigen lassen hat. Dazu war er zunächst beim Gardelegener Bauamt und beim Landesvermessungsamt Sachsen Anhalt. Dabei stellte sich heraus, dass sowohl Stadt als auch Land die richtige Anschrift haben. Daher vermutet der Jävenitzer, dass „es an den Dienstleistern liegt“. Und fordert deswegen, dass diese die Adresse überprüfen. Denn bei der Umwidmung im Jahr 2004 – ein Teil der Straße wurde umbenannt, denn der Abschnitt der Straße von der Bundesstraße 188 bis zur Jävenitzer Grundschule hieß zuvor Klosterstraße –, wie der Familienvater durch das Stadtarchiv herausfand, haben die unterschiedlichen Dienstleister die Adresse „wohl nicht richtig übernommen“.

Neben der Umwidmung vermutet Mathias Mohrmann als Grund für seine Probleme mit der Anschrift auch die Gebietsreform aus dem Jahr 2011, als die Ortsteile zu Gardelegen hinzugefügt wurden und sich die Adressen dadurch formal änderten. Das wird durch eine weitere Anschrift deutlich, die dem Jävenitzer von Dienstleistern, die die Ortsteil-Zuordnung nicht beachten, bereits vorgeschlagen wurde: eine Schulstraße in Gardelegen, die es aber gar nicht gibt.

Zwischenzeitlich war der Jävenitzer auch bei Bürgermeisterin Mandy Zepig, die die richtige Adresse bei Feuerwehr, Polizei und Sanitätern angab, denn Mathias Mohrmanns Frau Claudia war Anfang Mai noch hochschwanger, weswegen er über die schnelle Hilfe von Mandy Zepig „sehr froh“ ist.

Beim Stadtarchiv und durch die Flurstücke konnte sich der Jävenitzer dann bestätigen lassen, dass die Klosterstraße 13 e – eine weitere der anderen Anschriften – die Schulstraße 4 in Jävenitz ist. Damit hat er seine „richtige Adresse bekommen“. Doch damit war und ist das Problem mit der Adresse noch nicht geklärt. Nach wie vor kommen nicht alle Pakete – bei Briefen lässt sich nicht sagen, ob alle im Postkasten landen – an, einige können nicht zugestellt werden, andere werden wieder an den Absender zurückgeschickt. Um das zu umgehen, kam der Jävenitzer auf die Idee, eine der anderen Anschriften für die Zustellung anzugeben, doch auch das hat nicht geklappt und die Pakete landeten erneut woanders. Dafür klappt allerdings die Zustellung, wenn Mathias Mohrmann seine Telefonnummer hinterlegt, dann rufen die Zusteller an und „denen muss ich dann den Weg erklären“. Und die sind mitunter erstaunt, dass sie dann nach Jävenitz fahren sollen.

Ob er zukünftig erneut Probleme mit seiner Adresse bei Zustellungen, Verträgen oder anderen Dienstleistungen haben wird, „lässt sich nicht sagen. Ich weiß nicht, wo das noch hinführen könnte“, so der Jävenitzer.

Von Ina Tschakyrow

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