Kompromiss mit Ortsbürgermeistern: Zwei statt fünf Euro – und das auch nur pro Anwesendem

Weihnachten gerettet – vorerst

Fünf Euro pro Einwohner betrug bisher das Verfügungsgeld für die Umland-Dörfer von Gardelegen. Mit der Haushaltssperre ist diese Summe momentan eingefroren. Für die dörflichen Weihnachtsfeiern werden nun zwei Euro bereitgestellt. Aber nur pro anwesendem Rentner. Foto: Schmidt

Gardelegen. Die Haushaltssperre der Stadt Gardelegen, hervorgerufen durch die Ablehnung des Konsolidierungskonzeptes, hat weitreichende Auswirkungen. Sogar auf die besinnlichste Zeit des Jahres.

Denn in vielen Orten werden derzeit die Weihnachtsfeiern für die Rentner in den Dörfern vorbereitet. Immerhin ist in vier Wochen schon Advent. Für diese gemütlichen Zusammenkünfte gab es in den vergangenen Jahren, als die Orte noch eigenständige Gemeinden waren, stets Geld aus der Gemeindekasse. In diesem Jahr ist das anders. Aus dem Topf des Verfügungsgeldes für die Ortsteile können diese Weihnachtsfeiern mitfinanziert werden. Was oft weniger Zuwendung als in der Vergangenheit bedeutet. Aber immerhin etwas.

Seit der Haushaltssperre ist dies anders, „Es gibt kein Verfügungsgeld mehr – Schluss“, so der kurze und knappe Kommentar von Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Hieße: Auch kein Geld für die diesjährigen Weihnachtsfeiern zwischen Köckte und Seethen. Dieses Thema kam am Donnerstagnachmittag während der Ortsbürgermeisterrunde im Gardelegener Rathaussaal zur Sprache. „Kurz und trocken“ habe man sich gestritten, so Konrad Fuchs rückblickend. Also alles anders als besinnlich. Mit einem Kompromiss: Es gibt doch Geld. Und zwar zwei Euro. Dieses Geld wiederum wird nur pro anwesendem Gast ausgezahlt. Die Ortsbürgermeister, so erläuterte Konrad Fuchs, müssten die Belege einreichen und auch mit ihrer Unterschrift dafür geradestehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt und somit für einige Dörfer eine Neuerung: Das Geld darf nicht für Speis und Trank ausgegeben werden. Wer also bei der Weihnachtsfeier Kaffee und Kuchen auftischt – was praktisch überall geschieht –, der muss dieses Geld anderswo herholen. Beispielsweise in Form einer Umlage durch die anwesenden Rentner. Die zwei Euro sollte man stattdessen für ein Rahmenprogramm wie den Auftritt der Kita-Gruppe, einem Plattenaufleger oder ähnliches ausgeben. In der Vergangenheit wurde der finanzielle Aspekt während der Weihnachtsfeiern in den Dörfern höchst unterschiedlich gehandhabt: Mal wurden die kommunalen Zuwendungen für Kultur ausgegeben, mal aber auch für Kaffee und Kuchen.

Und im nächsten Jahr könnte es noch dicker kommen. Denn im Ablehnungspapier der Kreis-Kommunalaufsicht wird der in diesem Jahr gültige Verfügungsmittelsatz von fünf Euro pro Einwohner ausdrücklich als zu hoch bemängelt. Auch die für 2012 angedachte Kürzung auf drei Euro hält der Kreis für Luxus. Der Vorschlag aus Salzwedel lautet: Nur noch einen Euro pro Einwohner. „Gewaltig“ nennt Konrad Fuchs einen solchen Einschnitt. Der aber noch nicht beschlossene Sache ist.

Von Stefan Schmidt

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