1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Gardelegen

Amtsgericht Gardelegen: Autofahrer nimmt Einspruch gegen Bußgeldbescheid zurück

Erstellt:

Von: Stefan Schmidt

Kommentare

Straße mit Auto
Die Ackendorfer Landstraße ist ein Unfallschwerpunkt. © Stefan Schmidt

Ein Autofahrer hat seinen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid vor Gericht zurückgenommen.

Gardelegen – Es handelt sich um einen der Unfallschwerpunkte im Gardelegener Stadtgebiet: Die Auf- und Abfahrt auf der Ackendorfer Landstraße zur Gardelegener Ortsumgehung, verbunden mit der Abbiegung zur Isenschnibber Chaussee im Bereich der Schäferei Gaudian, ist regelmäßig Schauplatz von zum Teil auch schweren Verkehrsunfällen. Auch Axel Bormann, Richter am Gardelegener Amtsgericht, hatte schon mehrfach Verhandlungen nach dortigen Verkehrsverstößen geleitet.

Am Freitag saß ein Mann aus der Einheitsgemeinde Kalbe vor ihm, der am 14. Juli 2021 geblitzt wurde. Und zwar im 50-km/-h-Bereich in Höhe der Umgehungsstraßen-Brücke. Er war dort mit 82 km/h statt mit den erlaubten 50 Stundenkilometern unterwegs. Laut Strafbefehl der Zentralen Bußgeldstelle sollte er deswegen 120 Euro zahlen – und legte dagegen drei Monate nach dem Verkehrsdelikt Einspruch ein. Also saß er neben seinem Anwalt auf der Anklagebank, als der Richter ihm klarmachte, dass er wohl wenig Chancen auf eine mildere Strafe habe. Eher, so Bormann, könne sich das Bußgeld auf 240 Euro verdoppeln, wegen Vorsätzlichkeit. Denn der Angeklagte hatte zuvor einen Lkw überholt und deshalb das Schild nicht gesehen, wie er gegenüber der Polizei angab. Allerdings: Der Überholvorgang fand mutmaßlich über eine durchgezogene Linie, also im Überholverbot, statt.

Nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt erklärte dieser gegenüber dem Richter: „Wir gehen dann mal ins Wochenende.“ Sollte heißen: Der Temposünder zieht seinen Einspruch zurück und zahlt die 120 Euro dann doch. Und entging somit einer möglichen höheren Geldstrafe.

Auch interessant

Kommentare