Amtsgericht Gardelegen: Teleskopladerfahrer zahlt Geldstrafe

Beim Rangieren tödlich verletzt

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Am Gardelegener Amtsgericht wurde eine fahrlässige Tötung verhandelt
  • Stefan Schmidt
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Ein Betriebsleiter aus der Einheitsgemeinde Gardelegen hat am Amtsgericht seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl kurzfristig zurückgezogen.

Gardelegen – Sie konnten nach rund einer Viertelstunde wieder ihre Sachen packen. Und nach Hause fahren. Im Gardelegener Amtsgericht fand am Montag ein Prozess wegen fahrlässiger Tötung statt. Geladen waren zu diesem Sachverhalt auch ein Gutachter und ein Rechtsmediziner. Doch der Prozess war schnell vorbei, ohne dass die beiden Experten zu Wort kamen. Denn der Angeklagte, ein Betriebsleiter aus dem Gardelegener Stadtgebiet, zog seinen Einspruch gegen den ursprünglich gestellten Strafbefehl des Amtsgerichts Gardelegen zurück. Somit bleibt die am 12. April festgelegte Geldstrafe von 2000 Euro (50 Tagessätze), gegen die der Mann Einspruch eingelegt hatte, bestehen.

Opfer war alkoholisiert

Dem Mann wurde vorgeworfen, am 9. August 2020 in einer Betriebshalle mit einem Teleskoplader rückwärts gefahren zu sein und dabei fahrlässig einen Mitarbeiter überfahren zu haben. Die Folge: Der Mann überlebte diesen Unfall nicht. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte der Fahrer nicht alle Sicherheitsvorschriften beachtet und habe sich deshalb schuldig gemacht – auch wenn das Opfer zum Zeitpunkt des tragischen Unfalls alkoholisiert war, was der Rechtsmediziner hätte ausführen können.

Richter Axel Bormann stutzte, als der Angeklagte sein Monatsgehalt angab. Das liegt nämlich mehr als doppelt so hoch wie im ursprünglichen Strafbefehl errechnet. Soll heißen: Bei einer Geldstrafe – die Tagessatz-Höhe richtet sich stets nach dem Einkommen – müsste der Angeklagte eine deutlich höhere Summe bezahlen als bisher. Und dass sich der Fahrer laut Aktenlage mitschuldig gemacht habe, daran ließ der Richter keinen Zweifel. Obwohl er wisse, so Axel Bormann, dass die penible Einhaltung des Arbeitsschutzes oft nur wenig mit der Wirklichkeit am Arbeitsplatz zu tun habe.

Nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger zog der Betriebsleiter seinen Einspruch gegen den Strafbefehl schließlich zurück und zahlt nun endgültig die ihm auferlegten 2000 Euro.

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